Familienministerium: Ein Mann muss ran

PremiumKommentarFamilienministerium: Ein Mann muss ran

02. Juni 2017
von Cordula Tutt

Wieder übernimmt eine Frau das Bundesfamilienministerium. Dabei wäre ein Minister in diesem Amt besser für Deutschland.

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Katarina Barley.

Der Vorstand des Energiekonzerns EnBW, Bernhard Beck, erzählte kürzlich vor Berliner Publikum, dass einer seiner Mitarbeiter schon zum dritten Mal Elternzeit nehme. Ein Jahr will der Mann pausieren, weit länger als die zwei Monate, die andere Väter nutzen.

Beck engagiert sich in der „Initiative Chefsache“. Dort sammeln Unternehmen gute Beispiele, wie Frauen der berufliche Aufstieg erleichtert und Männern ein Leben neben dem Job möglich wird. Dass der EnBW-Vorstand so explizit von dem Mitarbeiter berichtete, zeigt: Flexibles Arbeiten ist in Deutschland immer noch selten. Offenbar existiert weiter der Druck, als Mann möglichst keine Pause einzulegen, auch nicht für die Familie. Dass sich das ändert, liegt nicht nur im Interesse der Betriebe, sondern unserer Gesellschaft– und des Standorts Deutschland. Kluge Familienpolitik kann die Wirtschaft am Laufen halten, wenn Fachkräfte knapper werden. Sie macht Menschen auch zufriedener. Notwendig dafür ist aber, Familienpolitik auch zur Männersache zu machen – und nicht mehr vorrangig den Frauen zu überlassen.

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