ThemaUmweltschutz

PremiumKommentarFeinstaub : Der grüne Bluff

24. Februar 2017
von Konrad Fischer

Das Stuttgarter Dieselfahrverbot klingt sinnvoll, ist aber das Gegenteil: ein neuer Kniefall vor der Autolobby.

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Eine Leuchttafel weist in Stuttgart auf Feinstaubalarm hin.

So unsichtbar der Feinstaub in der realen Stuttgarter Luft ist, so gut eignet er sich, um den Blick auf die echten Probleme zu verstellen. Die Belastung mit Feinstaub sinkt seit Jahren, Stuttgart ist die letzte Messstelle bundesweit, die an Spitzentagen noch die Grenzwerte überschreitet. Unschön, aber nicht mehr allzu dramatisch. Dass die Luft trotzdem gesundheitsgefährdend dreckig bleibt, liegt vor allem an den Stickoxiden. Deren gesundheitliche Folgen sind viel gravierender, zudem ist ihre Konzentration in der Luft deutlich höher als beim Feinstaub. Wenn die Landesregierung also etwas für die Luftqualität tun will, wie es Verwaltungsgerichte und Europäische Union fordern, muss sie an die Stickoxide ran, für die fast ausschließlich die Dieselfahrzeuge verantwortlich sind. Geradezu haarsträubend ist es deshalb, was Winfried Kretschmann nun als Lösung verkauft: Um die Luft sauber zu halten, sollen an Tagen mit absehbar hoher Feinstaub-Belastung bestimmte Dieselautos nicht mehr in die Innenstadt dürfen. Das ist so sinnvoll, als würde der Verdurstende in der Wüste sich auf die Abwehr eines Sonnenbrandes konzentrieren – auf Nase und Glatze, wo es letztes Jahr besonders übel aussah.


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