Gebühr statt Verbot: Ein Plädoyer für die City-Maut

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PremiumGebühr statt Verbot: Ein Plädoyer für die City-Maut

22. August 2017
von Christian Schlesiger

Während Deutschland über Diesel-Fahrverbote streitet, greifen andere Länder zu intelligenten Maßnahmen: Eine Gebühr für Fahrten in die Innenstädte ergibt ökonomisch mehr Sinn.

Der Stadtverwaltung war die Sache nicht geheuer, also fragte sie ihre Einwohner. Im Jahr 2006 durften die Stockholmer nach einer sechsmonatigen Testphase darüber abstimmen, ob sie eine Gebühr für Fahrten in die Innenstadt, eine City-Maut, dauerhaft zahlen würden. Und eine Mehrheit von 53 Prozent fand die „Trängselskatten“ gut. Seitdem zahlen Autofahrer 11 bis 35 schwedische Kronen (1 bis 3,65 Euro) – je nach Tageszeit – für Fahrten in die City. So kostet zum Beispiel die Einfahrt zwischen 9.30 und und 15 Uhr 1,50 Euro, in den Stoßzeiten morgens und nachmittags 3,65 Euro. Nachts ist das Cruisen durch die Altstadt „Gamla Stan“ kostenlos. Maximal zahlt ein Autofahrer pro Tag rund elf Euro.

Die Schweden haben damit europaweit Maßstäbe gesetzt. Zwar gab es bereits in London seit 2003 eine City-Maut, doch die kostet bis heute einen Pauschalbetrag. Derzeit zahlen die Briten knapp zwölf Euro pro Tag, wenn sie tagsüber in die City wollen.

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