Handelsüberschuss: Mad in Germany

PremiumKommentarHandelsüberschuss: Mad in Germany

25. März 2017

Die Deutschen feiern ihren Handelsüberschuss. Dabei verstärkt der hierzulande die soziale Spaltung.

Wir Deutsche verkaufen ständig mehr ins Ausland, als wir dort einkaufen. Sicher: Wir verfügen über Topingenieure und eine starke Industrie. Aber dies erklärt nicht, wie unser Exportüberschuss auf fast neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts explodiert ist oder warum wir Südeuropa neuerdings sogar mit Fleischexporten überschwemmen. Viel besser als andere schlachten wir unsere Schweine auch nicht.

Die Erklärung liegt natürlich woanders: Unser Exportüberschuss ist angeschwollen, weil der Euro kam und unsere Reallöhne bis zur Finanzkrise stetig sanken. Dagegen konnten sich unsere Handelspartner in der Euro-Zone nicht mehr wie früher durch die Abwertung ihrer Währung wehren.

Anzeige

Was für eine kleine, offene Volkswirtschaft wie die Schweiz funktioniert, ist im Fall von Deutschland – der viertgrößten Volkswirtschaft der Erde – verheerend. Unsere Infrastruktur verlottert. Das Ausland muss sich permanent bei uns verschulden. Doch die Rechnung bezahlen etwa bei der Euro- oder der Bankenrettung irgendwann die deutschen Steuerzahler. So wird aus „Made in Germany“ nur noch „Mad in Germany“ – ein hausgemachter Wahnsinn.

Zum Autor

  • Fabio di Masi

    Fabio De Masi, MdEP (DIE LINKE.) ist Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments.


Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%