Lohntransparenz: Der Irrglaube Gleichheit

PremiumKommentarLohntransparenz: Der Irrglaube Gleichheit

13. Januar 2017
von Max Haerder

Das Lohntransparenzgesetz kämpft für die richtige Sache – aber mit völlig falschen Mitteln.

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Familienministerin Manuela Schwesig (SPD)

Wer ein Gesetz kritisiert, das Transparenz und Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern schaffen will, hat einen schweren Stand. Ist mehr Transparenz etwa schlecht? Kann man ernsthaft etwas gegen Gleichbehandlung und gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit haben? Kann man – selbstverständlich – nicht. Und trotzdem: Dieses Gesetz sollte besser niemals in Kraft treten.

Es gießt einen doppelten Irrtum in Paragrafen: dass Gleichheit immer Fairness bedeutet und Ungleichheit stets Diskriminierung. Und es setzt, vordergründig sehr geschickt, auf den Geboten der sozialen Marktwirtschaft auf, um dann die Folgen freier Lebensentscheidungen und beruflichen Engagements aber doch auf dem Lohnzettel nachträglich korrigieren zu wollen.

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Wie wäre es mit einem Gedankenexperiment? Und damit wir nicht in die üblichen Klischees verfallen, tauschen wir die vermeintlich angestammten Rollen. Stellen wir uns also kurz eine weibliche Angestellte vor, die zehn Prozent mehr verdient als ihr männlicher Kollege. Beide sitzen auf der gleichen Position, haben die gleiche Uni-Ausbildung genossen und exakt vergleichbar lange Erfahrung in ihren Jobs. Aber der (oder die!) Vorgesetzte findet, die Frau mache bessere Arbeit, weshalb sie eine Gehaltserhöhung bekommen hat.

Auskunftsrecht Transparenz soll Lohnabstand von Frauen verringern

Die Bundesregierung will den Lohnabstand zwischen Männern und Frauen verringern. Deswegen bekommen Beschäftigte ein Auskunftsrecht zum Lohnvergleich. Arbeitgeber halten das für überflüssig.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig Quelle: AP

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