Antonio Tajani: Ein Mann von gestern

PremiumKommentarAntonio Tajani: Ein Mann von gestern

20. Januar 2017
von Silke Wettach

Antonio Tajani ist als EU-Parlamentspräsident der falsche Mann. Martin Schulz erscheint in neuem Licht.

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Der neue Präsident des EU-Parlaments, Antonio Tajani.

Ich hätte nicht erwartet, dass der Tag kommt, an dem ich Martin Schulz als Präsidenten des EU-Parlaments vermissen würde. Als jetzt eine Mehrheit der Europaabgeordneten den italienischen Christdemokraten Antonio Tajani gewählt hat, war es so weit.

Ich war nie ein großer Fan von Schulz. Bei der ersten Begegnung kam er eine Stunde zu spät und stürzte als Erster ans Buffet. In kleinen Runden schwang der Rheinländer gern das große Wort. Dabei entging ihm schon mal, dass die Anwesenden nicht alle Anekdoten goutierten, bei denen er absehbar im Mittelpunkt stand. Mit seinem festen Willen, immer vorn dran zu sein, hat der Sozialdemokrat allerdings viel für das Europäische Parlament erreicht, für das er insgesamt fünf Jahre das Präsidentenamt bekleidete. Schulz hat den 751 Europaabgeordneten Gehör verschafft, manchmal auch mit unorthodoxen Methoden. Er gesellte sich zu den Staats- und Regierungschef auf den Gipfel und blieb – jedes Mal ein wenig länger. Irgendwann wagte keiner von den Chefs mehr, ihn hinauszukomplimentieren.

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