Brexit: Gestatten: Ihre Majestät, Theresa I.

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PremiumKommentarBrexit: Gestatten: Ihre Majestät, Theresa I.

31. März 2017
von Yvonne Esterházy

Die britische Premierministerin wischt die Sorgen der Brexit-Gegner selbstherrlich vom Tisch. Das Land leidet.

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Die britische Premierministerin Theresa May.

Auf dem April-Cover der „Vogue“ ist Premierministerin May in machtvoller Pose abgebildet: thronend auf dem Sofa in königsblauen Kleidern. Theresa, die Alleinherrscherin – ein Bild, das der Realität in Britanniens entspricht, wo die Labour-Opposition zerstritten, das Parlament gefügig, die Wirtschaft zahm und die euroskeptische Presse dominant ist. May ist nicht gewählt und hat für den harten Brexit kein Mandat. Trotzdem wird sie ihn durchpauken, nun, da sie den EU-Austrittsantrag gestellt hat.

Was May mit monarchischer Attitüde beiseite schiebt, sind all die falschen Versprechen der Brexit-Befürworter, für die das Königreich langfristig büßen wird. Die größte Lüge war, dass 350 Millionen Pfund pro Woche statt an die EU künftig an das Gesundheitssystem NHS gehen werden. Unwahr ist auch, dass ein Ende der EU-Freizügigkeit problemlos mit dem Zugang zum Binnenmarkt vereinbar sein wird. Anders als behauptet wird die Londoner City nicht mehr ohne Weiteres Finanzgeschäfte mit dem Kontinent abwickeln können. Nicht den Tatsachen entspricht auch die Zusage von May an die europafreundlichen Schotten, ihre Ansprüche zu achten. Dafür gibt es keine Anzeichen.

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