Brexit-Verhandlungen über Finanzen: Über Geld spricht man nicht

PremiumBrexit-Verhandlungen über Finanzen: Über Geld spricht man nicht

28. August 2017
von Silke Wettach

Briten und Europäer verhandeln wieder. Fortschritte gibt es kaum, denn London schweigt zum Thema: Wer bezahlt die letzte Rechnung?

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Briten und Europäer erzielen beim Thema Geld keine Fortschritte.

Austritt oder Scheidung? Zsolt Darvas hat sich angewöhnt, diese Begriffe so genau abzuwägen, wie es sonst höchstens Anwälte tun. Auf den ersten Blick scheinen beide Begriffe als Metapher für den Brexit, die Loslösung Großbritanniens von der Europäischen Union, zu taugen. Doch Darvas, Experte an der renommierten Brüsseler Denkfabrik Bruegel, kennt den feinen, aber gewaltigen Unterschied: „Bei einem Austritt aus dem Sportclub darf ich die Anlage nicht mehr benutzen“, sagt er. „Bei einer Scheidung haben dagegen beide Seiten Anrecht auf einen Teil des gemeinsamen Vermögens.“

Waren die Briten also Mitglied in einem europäischen Club oder Teil einer Lebensgemeinschaft? Von der Antwort darauf hängt jede Menge Geld ab. Die Europäische Union (EU) hat ihre Antwort bereits gegeben, sie gesteht den Abtrünnigen keinen Anspruch auf Vermögen zu. Im Brüsseler Papier zu den finanziellen Aspekten der Trennung ist von Aktiva nicht die Rede, wohl aber ausführlich von all den Rechnungsposten, die Großbritannien vor seinem Abschied begleichen soll – etwa den Pensionskosten von Unions-Beamten.

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