Ende für Diesel und Benziner: Die Verzögerungstricks der Autolobby

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PremiumEU vs. Autolobby: Die letzte Schlacht um den Verbrenner

12. Dezember 2017
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Stuttgart: Viel Verkehr, viel Feinstaub.

von Silke Wettach

Die deutsche Automobilindustrie will das Ende des Verbrennungsmotors so lange hinauszögern wie möglich. Doch in Europa gehen ihr die Verbündeten aus.

Das Treffen der Bosse verlief streng nach Drehbuch. Die Chefs der wichtigsten europäischen Autobauer erschienen im Juli gemeinsam bei EU-Klimakommissar Miguel Cañete in Brüssel. Jeder der zwölf Manager wusste genau um die ihm zugeteilte Rolle. Den wichtigsten Part übernahm ganz am Schluss der Sitzung Harald Krüger.

Der BMW-Chef baute eine Drohkulisse auf, malte die Zukunft in düsteren Farben: Wenn die EU-Kommission neue Regeln für den CO2-Ausstoß von Autos ausarbeite, müsse sie die sozialen Verwerfungen im Falle eines scharfen Schwenks fest im Blick behalten. Ein Arbeiter könne im Jahr sieben Mal mehr Elektromotoren bauen als Verbrennungsaggregate, rechnete Krüger vor. Sein Menetekel: Der Abschied von Diesel und Benziner kostet Abertausende Jobs.

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Kommissar Cañete und die anwesenden Beamten staunten nicht schlecht. Massive Lobbyarbeit der Autobranche waren sie gewohnt. Aber einen derart akribisch geplanten und durchgezogenen Auftritt nach festem Skript – den hatten sie noch nicht erlebt.


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