Europäische Zentralbank: Das teure Comeback des Euro

PremiumKommentarEuropäische Zentralbank: Das teure Comeback des Euro

27. Juli 2017
von Bert Losse

Der steigende Euro-Kurs ist ein Problem. Aber nicht, weil er deutschen Export abwürgt – sondern, weil er der EZB Ausreden erlaubt.

So etwas nennt man wohl Höhenflug. In dieser Woche hat der Kurs des Euro auf knapp 1,17 Dollar zugelegt, das ist der höchste Stand seit 2015. Die Enttäuschung der Märkte über die chaotische Politik von US-Präsident Donald Trump und verbesserte Konjunkturdaten aus der Euro-Zone lassen derzeit die Euro-Nachfrage am Devisenmarkt anziehen. Schon mahnen erste Auguren, ein anhaltender Auftrieb der Gemeinschaftswährung könne den Export abwürgen, da sich deutsche Waren am Weltmarkt verteuern.

Ein realistisches Szenario? Mitnichten. Ein stärkerer Euro ist sicher kein Konjunkturprogramm für Exporteure, die Bremseffekte aber dürften überschaubar bleiben. Studien zeigen, dass die Konjunkturlage in Handelspartnerländern ein weit wichtigerer Faktor für den Export ist als der Wechselkurs. Immerhin 37 Prozent der deutschen Ausfuhren gehen ohnehin in Staaten der Währungsunion und sind vom Euro-Höhenflug nicht betroffen.

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