EZB-Präsident: Bloß keinen Kuhhandel!

PremiumKommentarEZB-Präsident: Bloß keinen Kuhhandel!

26. Mai 2017
von Bert Losse

Jens Weidmann wäre ein guter EZB-Präsident. Der politische Preis für seine Kür darf aber nicht zu hoch sein.

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Bundesbank-Präsident Jens Weidmann (49), dessen Amtszeit 2019 ausläuft, wäre eine gute Wahl für die Besetzung des Postens des EZB-Präsidenten.

Zugegeben: Es ist ziemlich früh, sich über die Nachfolge von Mario Draghi Gedanken zu machen. Die Amtszeit des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) endet erst im Oktober 2019. Trotzdem diskutieren, angeheizt durch öffentliche Spekulationen in Italien und Deutschland, europäische Geldpolitiker in diesen Tagen weniger über das optimale Zinsniveau in Europa als vielmehr über Jens Weidmann, den potenziellen Erben von Draghi.

Weidmann, dessen Amtszeit als Bundesbank-Chef 2019 ausläuft, wäre eine gute Wahl. Der 49-jährige Volkswirt ist geldpolitisch versiert und hat sich wie kein anderer in der EZB-Führungsriege mit Kritik am ultraexpansiven Kurs von Mario Draghi aus der Deckung gewagt. Die überfällige geldpolitische Normalisierung wäre bei ihm in guten Händen. Hinzu kommt ein politisches Argument: Bereits 2011 war ein Deutscher für den EZB-Posten vorgesehen; der damalige Bundesbank-Chef Axel Weber warf dann aber überraschend das Handtuch. Weidmanns wohl größter Konkurrent, der französische Notenbankchef Villeroy de Galhau, hat zudem ein Proporzproblem: Frankreich stellte bereits von 2003 bis 2011 den EZB-Chef.

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