François Fillon sollte nicht kandidieren

PremiumKommentarFrankreich retten und gehen: François Fillon sollte nicht kandidieren

04. Februar 2017
von Karin Finkenzeller

François Fillon soll seine Frau und Kinder jahrelang aus Staatsgeldern für eine Scheintätigkeit bezahlt haben. Der bürgerlich-konservative Spitzenkandidat sollte auf seine Kandidatur verzichten.

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Der konservative französische Präsidentschaftskandidat François Fillon.

Wenn der bürgerlich-konservative Spitzenkandidat nur ein wenig von dem Ehrenmann hat, in dessen Kostüm er in die Kampagne für die französische Präsidentschaft startete, dann sollte er jetzt auf seine Kandidatur verzichten. Die Vorwürfe, er habe Frau und Kinder jahrelang aus Staatsgeldern für eine Scheintätigkeit bezahlt, erhärten sich – und mehr noch der Eindruck, dass Fillon keinerlei Unrechtsbewusstsein eigen ist. Stattdessen sieht er sich als Opfer einer Schmutzkampagne.

So ein Kandidat ist ungeeignet, es in der Stichwahl mit Marine le Pen aufzunehmen und Frankreich anschließend die notwendigen Reformen abzuverlangen. Um nicht weniger aber geht es: Das Land und ganz Europa vor der Gefahr der Rechtsnationalisten zu bewahren, die raus wollen aus Euro und EU und in Donald Trumps Abschottungsfantasien ein Modell für Frankreich sehen. Und jemand, der die eigene Familienkasse mit Steuergeldern anreicherte, kann seinen Mitbürgern nicht guten Gewissens zumuten, für weniger Geld mehr und länger zu arbeiten oder die Streichung von 500.000 Beamtenstellen zugunsten des geplünderten Staatssäckels gutzuheißen.

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