Frankreichs härtester Gewerkschaftsboss: Einer gegen Präsident Macron

PremiumFrankreichs härtester Gewerkschaftsboss: Einer gegen Präsident Macron

22. Juni 2017
von Karin Finkenzeller

Gewerkschaftsführer Philippe Martinez will die geplanten Reformen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron um jeden Preis stoppen – ausgerechnet mithilfe der Jugend.

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Philippe Martinez setzt auf Stärke und auf Streik.

Sehen so Saboteure und Blockierer aus? Rund um den Kreisverkehr vor dem französischen Wirtschaftsministerium sitzen erwachsene Männer in gebastelten Boliden und liefern sich ein Seifenkistenrennen, ausgelassen wie Kinder. Schwer bewaffnete Polizisten am Straßenrand, in einer Hundertschaft aufmarschiert, um befürchtete Ausschreitungen zu verhindern, schauen verdutzt zu. Statt Grimm und Wut bringen die Gewerkschafter Gelassenheit und Leichtigkeit auf die Straße.

Ist das der neue Stil der radikalen Großgewerkschaft CGT? Handzahm angesichts des überwältigenden Erfolgs von Präsident Emmanuel Macron, der bei den Parlamentswahlen vergangene Woche eine komfortable Mehrheit hinter sich versammeln konnte und den Spötter in Anlehnung an royale Traditionen in Frankreich schon „Emmanuel I.“ taufen? Von wegen. Die CGT möchte Macron gleich zu Beginn seiner Amtszeit eine Lektion erteilen, ihre Macht demonstrieren, die geplante Flexibilisierung des Arbeitsmarktes verhindern. Wozu sie fähig ist, hat sie in den vergangenen Jahren oft bewiesen: Sie hat das Land lahmgelegt und sogar unliebsame Manager verschleppt.

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