Nobelpreisträger-Treffen in Lindau: Die EZB kann den Euro nicht retten

PremiumNobelpreisträger-Treffen in Lindau: Die EZB kann den Euro nicht retten

25. August 2017
von Malte Fischer

Der US-Nobelpreisträger Christopher Sims warnt: Wenn die Menschen das Vertrauen in den Euro verlieren, ist die EZB machtlos. Außerdem: Bei der Digitalisierung der Arbeitswelt verliert eine Gruppe besonders.

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EZB-Präsident Mario Draghi spricht auf der Nobelpreisträgertagung in Lindau am Bodensee.

Alle drei Jahre herrscht in Lindau am Bodensee im August Hochbetrieb. Dann trifft sich dort die Elite der Ökonomenzunft. Dieses Jahr ist es wieder soweit. 16 Nobelpreisträger und 350 ausgewählte Studenten aus 66 Ländern haben sich auf der Bodenseeinsel eingefunden, um über aktuelle Probleme der Ökonomie zu diskutieren. 

Wer denkt, dass es dabei nur um esoterische Themen aus dem akademischen Elfenbeinturm geht, hat sich getäuscht. Die Nobelpreisträger haben etwas zu sagen - auch zu aktuellen Fragen der  Wirtschaftspolitik.

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So nahm der US-Ökonomen Christopher Sims  - einen Tag nachdem EZB-Chef Mario Draghi in Lindau die Anleihekäufe der EZB als große Erfolgsstory verkauft und behauptet hatte, er habe den Euro gerettet - die Politik der Notenbanker kritisch unter die Lupe. Sims zeigte, dass die Unabhängigkeit der Zentralbank ein “Mythos” sei. Im Falle eines Vertrauensverlustes kann sie den Euro nicht retten. Das können nur die Regierungen. 

Der Wirtschaftsnobelpreis: Die Preisträger der vergangenen zehn Jahre

  • 2016

    Oliver Hart (USA) und Bengt Holmström (Finnland). Mit dem Preis zeichnet die Jury die Forschungen zur Kontrakttheorie aus.

  • 2015

    Angus Deaton (Großbritannien) für seine "Analyse von Konsum, Armut und Wohlfahrt".

  • 2014

    Jean Tirole (Frankreich) für seine Analysen zu den Themen Marktmacht und Regulierung.

  • 2013

    Eugene F. Fama (USA), Lars Peter Hansen (USA) und Robert J. Shiller (USA). Die Drei wurden für ihre Methoden zur Beobachtung der Kursbildung an den Aktienmärkten ausgezeichnet.

  • 2012

    Alvin E. Roth (USA) und Lloyd S. Shapley (USA). Beide entwickelten wichtige Erkenntnisse, wie man verschiedene wirtschaftliche Akteure zueinander bringt.

  • 2011

    Christopher A. Sims (USA) und Thomas Sargent (USA). Ihr Gebiet: Modelle, mit denen sich das Wechselspiel von Inflation, Zinsen und Arbeitslosigkeit analysieren lässt.

  • 2010

    Peter A. Diamond, Dale T. Mortensen (USA) und Christopher A. Pissarides (Großbritannien). Sie wurden für ihre Untersuchung von Marktmechanismen ausgezeichnet.

  • 2009

    Elinor Ostrom (USA) und Oliver E. Williamson (USA). Sie haben gezeigt, „wie gemeinschaftliches Eigentum von Nutzerorganisationen erfolgreich verwaltet werden kann“. Zu Williamson hieß es, er habe Modelle zur Konfliktlösung mit Hilfe von Unternehmensstrukturen entwickelt.

  • 2008

    Paul Krugman (USA) für seine Forschungsergebnisse als Handelstheoretiker.

  • 2007

    Leonid Hurwicz (USA), Eric S. Maskin (USA) und Roger B. Myerson (USA) für ihre Arbeiten über die Grundlagen der „Mechanischen Designtheorie“.

  • 2006

    Edmund S. Phelps (USA) für seine Analyse zum Verhältnis kurz- und langfristiger Effekte in der Wirtschaftspolitik.


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