Sezessionsbewegung: "Von einer Abspaltung würden weder Spanien noch Katalonien profitieren"

PremiumInterviewSezessionsbewegung: "Von einer Abspaltung würden weder Spanien noch Katalonien profitieren"

11. September 2017
von Niklas Dummer

Tausende demonstrieren heute für die Unabhängigkeit Kataloniens. Der deutsch-spanische Historiker Carlos Collado Seidel spricht über die wirtschaftlichen Auswirkungen und die Ursachen der Unabhängigkeitsbestrebungen.

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Unabhängigkeit Kataloniens: Demonstration in Barcelona.

WirtschaftsWoche: Angesichts des heutigen Nationalfeiertags werden wieder Tausende für die Unabhängigkeit Kataloniens auf die Straße gehen. Die Sezessionsbewegung von Carles Puigdemont klagt darüber, dass Katalonien von der Zentralregierung bestohlen würde. Was ist an dem Vorwurf dran?
Carlos Collado Seidel: Er ist völlig überzogen. Wie Deutschland auch ist Spanien ein Staat, in dem sich die verschiedenen Regionen wirtschaftlich unterschiedlich stark entwickelt haben. Das, was dort geschieht, ist mit dem deutschen Finanzausgleich zwischen den Bundesländern vergleichbar. Die Steuereinnahmen aus den wirtschaftsstärkeren Regionen stützen die wirtschaftsschwächeren. 

Geht es denn wirklich nur um Geld?
Der wirtschaftliche Aspekt ist nur einer. Für die katalanische Bevölkerung wiegt die Frage der nationalen Identität deutlich schwerer. Es geht um die Erfüllung des Traums der katalanischen Unabhängigkeit. Entsprechend ist der heutige Nationalfeiertag in den letzten Jahren zum weithin sichtbaren Symbol dieses Wunsches nach Unabhängigkeit geworden.

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