Forschung zur Ungleichheit: Die Denkfehler im OECD-Bericht

PremiumForschung zur Ungleichheit: Die Denkfehler im OECD-Bericht

19. Januar 2016
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ARCHIV - ILLUSTRATION - Mehrere Spielfiguren sind am 06.02.2013 in München (Bayern) vor einer Stadt aus Geld zu sehen. Männer haben mehr als Frauen, Ostdeutsche besitzen nicht einmal halb so viel wie Westdeutsche und Paare mit Kindern stehen schlechter da als Kinderlose. Die Besitztümer sind alles andere als fair verteilt. Foto: Marc Müller/dpa (zu dpa "DIW: 6,3-Billionen-Vermögen der Deutschen höchst ungleich verteilt" vom 26.02.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Forschungsergebnisse zum Thema Ungleichheit werden oft unzulässig verkürzt: Nicht selten greift die Politik sich aus Studien gezielt jene Punkte heraus, die ihrer eigenen Position entsprechen. So auch beim OECD-Bericht.

Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise hat eine Phase der kritischen Prüfung und Selbstreflexion eingeläutet – sowohl in den Wirtschaftswissenschaften als auch in der Wirtschaftspolitik. Dabei rücken Veränderungen der Einkommens- und Vermögensverteilung sowie deren Konsequenzen immer stärker in den Vordergrund. Die Bekämpfung der Ungleichheit steht bei vielen ganz oben auf der Agenda. Entsprechend werden wissenschaftliche Beiträge zu diesem Thema aufmerksam registriert.
Das Problem ist nur: Nicht selten greifen Meinungsführer und Politik aus Studien gezielt jene Punkte heraus, die ihrer eigenen Position entsprechen und unterschlagen gegenteilige und relativierende Aspekte. Noch gravierender ist die Situation, wenn Produzenten von Forschungsergebnissen bei der öffentlichen Darstellung selbst über den Boden der belastbaren Empirie hinausschießen.

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