Grenzenlos war gestern: Warum die Welthandelsorganisation schwächelt

PremiumGastbeitragGrenzenlos war gestern: Warum die Welthandelsorganisation schwächelt

09. Dezember 2017
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Hans-Werner Sinn sieht die WTO-Tagung in Buenos Aires unter keinem guten Stern.

von Hans-Werner Sinn

Das WTO-Gipfeltreffen in Buenos Aires soll dem Freihandel einen Schub geben. Doch die Chancen stehen denkbar schlecht.

Am Mittwoch beraten sich in Buenos Aires Vertreter der Welthandelsorganisation WTO aus 164 Mitgliedstaaten bei ihrem 11. Weltkongress. Sie wollen über weitere Maßnahmen zur Liberalisierung des Welthandels beraten. Es soll unter anderem um die Landwirtschaft, den Fischfang und die Rolle kleiner und mittlerer Unternehmen gehen. Leider ist zu befürchten, dass dabei nicht übermäßig viel herauskommen wird.

Welthandel WTO-Ministerkonferenz vor ergebnislosem Abschluss

Nach dreitägigen Verhandlungen steht die Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) vor einem ergebnislosen Abschluss.

WTO-Konferenz in Buenos Aires Quelle: REUTERS

Die 1995 gegründete WTO entstand aus dem Welthandelsabkommen GATT, das 1948 von zunächst 23 Ländern unterzeichnet worden war. Während das GATT sich auf die Verflüssigung des Warenhandels konzentrierte, umfassen die von den WTO-Mitgliedern vereinbarten Abkommen auch viele andere Handelsbereiche. So wurde mit dem TRIMS-Abkommen im Jahr 1995 auch der Kapitalverkehr eingeschlossen und durch einen gegenseitig garantierten Investitionsschutz abgesichert. Im gleichen Jahr wurde mit dem GATS-Abkommen der Freihandel auf den Dienstleistungssektor ausgeweitet. 1996 kam das TRIPS-Abkommen hinzu, das den Handel mit geistigem Eigentum regelte und seine Eigentümer vor Diebstahl schützte. Heute werden rund 90 Prozent des Welthandels nach den Regeln der WTO abgewickelt.

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Zum Autor

  • Hans-Werner Sinn

    Hans-Werner Sinn, 68, war von 1999 bis Frühjahr 2016 Präsident des ifo Instituts in München.


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