Nachgefragt: "Es gibt einen Physikneid der Ökonomen“

PremiumInterviewNachgefragt: "Es gibt einen Physikneid der Ökonomen“

02. Juni 2016
von Malte Fischer

Der Wiener Ökonom Rahim Taghizadegan kritisiert die Statistik- und Mathematikgläubigkeit der Wirtschaftswissenschaft.

WirtschaftsWoche Online: Herr Taghizadegan, Kritiker bemängeln, die Volkswirtschaftslehre sei zu mathematisch und gebe keine Antworten mehr auf drängende Fragen der Zeit. Ist die Kritik berechtigt?
Herr Rahim Taghizadegan: Die meisten Volkswirte arbeiten für den Staat, im akademischen Bereich, bei Zentral- oder Geschäftsbanken. Dort besteht ihre Aufgabe darin, auf mathematischen Berechnungen basierende Alibis für politische Entscheidungen zu formulieren. Zahlen suggerieren eine Präzision, die es den Politikern erlaubt, ihre Argumente für staatliche Interventionen gegen Kritik zu immunisieren. Mit verbalen Analysen können sie wenig anfangen, weil diese nicht die Aura wissenschaftlicher Exaktheit ausstrahlen.

Wollen Sie ernsthaft behaupten, man könne ohne Zahlen und Mathematik...


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