Big Data: Privatsphäre wird zum Luxusgut

PremiumkolumneDigital Update: Die Privatsphäre wird zum Luxusgut

03. Juli 2017
Kolumne von Léa Steinacker

Wähler werden in Zeiten von Big Data immer genauer vermessen. Nur wer diese Daten gut schützt, sichert demokratische Freiheiten.

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Wähler werden immer genauer vermessen. Ein Risiko für die Freiheit.

An einem Montagmorgen blickte Chris Vickery auf einmal in Amerikas Seele. Der Cyberexperte war dabei, für seine Firma Up Guard das Netz wie gewohnt nach Fehlern zu durchforsten, als er zufällig auf ein ungesichertes Datendepot stieß. 198 Millionen US-Wähler standen da, bestens vermessen, zum Download bereit: Namen, Adressen, Geburtstage, Berufe und Notizen aus sozialen Netzwerken – ein Algorithmus hatte sogar per Umfrage ermittelte Ansichten zu 46 Themen wie Abtreibung oder Waffenbesitz mit Religion und Abstammung der Personen verknüpft. All das war mindestens zwei Wochen lang für alle Welt einsehbar. 25 Terabytes, vergleichbar mit zehn Milliarden Seiten Text – ein Paradies für jeden, der um die Stimmen der Amerikaner kämpft.

Zusammengetragen hatte den Datenschatz die Firma Deep Root Analytics, die von den Republikanern beauftragt worden war, der Partei zum Präsidentschaftssieg zu verhelfen. Abgelegt hatten sie ihr wertvolles Wissen auf einem Amazon-Cloud-Server.

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