Familie Hastor: Die Rebellen vom Balkan

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PremiumFamilie Hastor: Die Rebellen vom Balkan

23. Mai 2017
von Martin Seiwert, Annina Reimann

Die Familie Hastor war 2016 für den Produktionsstopp bei VW verantwortlich und will jetzt die Macht beim Zulieferer Grammer. Wer ist dieser Clan, der die deutschen Autokönige das Fürchten lehrt? Eine Spurensuche.

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In Prevent-Blau: Firmenpatriarch Nijaz Hastor und Gattin Mirsada haben sich beim Sarajevo Film Festival für die Farbe ihres Firmenlogos entschieden.

Da ist er. Das ganze Jahr gibt es von Nijaz Hastor kaum ein Lebenszeichen. Wenn aber im Hochsommer Hollywood-Größen wie Robert De Niro oder Brad Pitt zum Sarajevo Film Festival einfliegen, wagt sich der Selfmade-Millionär für ein paar Stunden ins Blitzlichtgewitter. Auf dem Festivalgelände am Fluss Miljacka parliert er dann im Smoking mit Weltstars. Das Rote-Teppich-Event verleiht dem Balkanstaat für einige Tage internationalen Glanz, was ganz nach dem Geschmack des stolzen Bosniers und Festivalsponsors Hastor sein dürfte. Denn auch er strebt mit seinen Unternehmen auf die Weltbühne.

Der 66-jährige Patriarch hat einen atemberaubenden Aufstieg hinter sich. In ärmlichen Verhältnisse geboren, schuf er binnen zwei Jahrzehnten einen Autozulieferer- und Industriekonzern (siehe Grafik unten) und wurde der reichste Bosnier der Welt. Früh erkannte er, wie mächtig Zulieferer in der Autoindustrie sein können: Immer mehr Teile des Autos und immer mehr Innovationen kommen von den Zulieferern. Trotzdem werden sie von den Autokönigen geknechtet, lassen sich von ihnen die Preise diktieren.

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