"Banken im Umbruch": Alle gegen Mario Draghi

Premium"Banken im Umbruch": Alle gegen Mario Draghi

06. September 2017
von Saskia Littmann

Die Chefs der wichtigsten deutschen Banken nutzen eine Bankentagung, um im Chor gegen die Geldpolitik der EZB zu poltern. Über ihre eigenen Probleme schweigen sie sich lieber aus.

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Commerzbank-CEO Martin Zielke bei "Banken im Umbruch".

Copyright: @Marc-Steffen Unger für Euroforum

Es scheint fast so, als hätten die Teilnehmer der Branchentagung „Banken im Umbruch“ bei Angela Merkels Auftritt beim TV-Duell ganz genau hingeschaut. Die Prämisse: Kritische Themen, die das breite Publikum interessieren, lassen wir lieber aus. Die dornröschenschläfrige Wohlfühlatmosphäre des wahlkämpfenden Deutschlands soll nicht gestört werden.

Die Chefs der größten deutschen Banken gingen mit gutem Beispiel voran. Über die Deutsche Bank selber redete John Cryan, immerhin Chef des Instituts, deshalb erst gar nicht. Auch Martin Zielke, sein Commerzbank-Pendant, klagte lieber in Oppositionspolitiker-Manier über die marode deutsche Infrastruktur, als über seine eigene Bank zu sprechen. Es dürfe nicht sein, dass umständliche Planungsverfahren oder fehlende Planungskapazitäten bei Bund, Ländern und Gemeinden Investitionen in die Netzinfrastruktur blockierten, polterte der Commerzbank-Chef.

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Dass die Commerzbank gerade zum wiederholten Mal mitten im Umbau steckt und tausende Arbeitsplätze abbaut, dass bei der Deutschen Bank trotz teils gelöster Rechtstreitigkeiten längst noch nicht alles rund läuft, und dass viele Banken kaum ihre Kapitalkosten verdienen – alles nicht der Rede wert.

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