Wirtschaftskriminalität: Chance leider vertan

PremiumKommentarWirtschaftskriminalität: Chance leider vertan

06. Januar 2017
von Saskia Littmann

Die strafrechtliche Aufarbeitung der Finanzkrise in Deutschland kommt viel zu langsam voran.

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Mit dem ehemaligen Chef der Hypo Real Estate, Georg Funke, steht eines der Gesichter der Finanzkrise ab März vor Gericht.

Eigentlich wollte der Staat den Skandalbankern der Finanzkrise einst ordentlich die Leviten lesen. Zocken und manipulieren zulasten von Anlegern und Steuerzahlern, das sollte nicht ungeahndet bleiben. Mit dem ehemaligen Chef der Hypo Real Estate, Georg Funke, steht nun eines dieser Gesichter der Finanzkrise ab März vor Gericht. Aber ausgerechnet sein Fall zeigt, dass die Justiz ihren Plan wohl nicht einhalten kann.

Seit der Rettung der Immobilienbank durch den Steuerzahler sind inzwischen fast neun Jahre vergangen. Das spricht nicht gerade für einen eindeutigen Tatbestand. Einige Vorwürfe musste die Staatsanwaltschaft schon fallen lassen. Und ausgerechnet unter Verweis auf diesen langen „Zeitablauf“ stellt sie das Verfahren gegen sechs weitere Angeschuldigte gegen Geldauflagen ein. So darf sich wohl auch Funke Hoffnung auf ein glimpfliches Ende machen, zumal ein sehr langes Verfahren Grund für eine mildere Strafe ist. Der Ex-HRE-Chef wäre nicht der erste Skandalbanker, der am Ende ohne Verurteilung davonkäme. Erst vor wenigen Wochen wurde das Verfahren gegen zwei Exvorstände der Sachsen LB gegen eine Geldzahlung eingestellt, weil das Gericht ihnen keinen Vorsatz nachweisen konnte.

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