PremiumLotto: Der Kampf ums Glücksspiel

28. Juni 2017
von Andreas Macho

Private und staatliche Anbieter streiten seit Jahren um Zutritt zu dem Milliardenmarkt. Nun könnte die neue Jamaika-Koalition in Schleswig-Holstein den Ausschlag geben – zugunsten der Privaten.

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Lotto: Streit um Milliardenmarkt.

Der Mann, der deutschen Bürokraten die Zornesröte ins Gesicht treibt, streift an diesem Vormittag in aller Seelenruhe durch sein Callcenter. Das Büro von Wilhelm Hubers Lottoanbieter Lottoland liegt auf Pfählen am Hafen von Gibraltar und erinnert an ein Schiff. Huber geht auf die Terrasse, dort hängt neben ihm ein Surfbrett, im Hafenwasser vor ihm treibt ein Kreuzfahrtschiff. „Einzelne Mitarbeiter wurden schon seekrank, weil sie das leichte Wippen des Gebäudes nicht vertrugen“, sagt Huber. Dann geht er über schmale Holzstege zu den übrigen Büros. Im Stil von Bootshäusern ruhen sie auf Pfählen über der Bucht. Huber läuft vorbei an den Programmierern, die vor ihren Monitoren brüten.

Auf einer Webcam sieht man den Grenzposten zwischen Gibraltar und Spanien im Livemodus. Je nachdem, wie stark die Spanier kontrollieren und wie lange der Stau zurückreicht, richten die Mitarbeiter ihre Schichten aus. Fast alle hier pendeln von Spanien zu ihrem Arbeitsplatz nach Gibraltar. Der Aufwand lohnt sich. Das kleine Eiland, das trotz eines jahrzehntealten Streits zwischen Großbritannien und Spanien britisch ist, bildet eine der letzten Zufluchtsstätten für Geschäftsleute wie Huber.

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