Das Geschäft mit der Angst: Wie irrationale Ängste unser Kaufverhalten prägen

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PremiumDas Geschäft mit der Angst: Wie irrationale Ängste unser Kaufverhalten prägen

08. September 2017
von Niklas Dummer

Die Deutschen haben vor vielen Dingen Angst: Terrorismus, Keimen in Lebensmitteln, Wohnungseinbrüchen. Nicht immer sind diese Ängste rational. Ganze Industriezweige bauen ihr Geschäft darauf auf.

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Überwachungstechnik bei Privaten boomt. So wie diese Kamera in Pullach im Isartal bei München.

Das Niesen eines Knaben im Kinderzimmer ist der Beginn des Dramas. „Mit Erkältungs- und Grippeviren können sie sich auch Zuhause anstecken, bis zu 48 Stunden lang“, erklärt eine Stimme aus dem Off. Der Junge betätigt einen Lichtschalter, berührt einen Türknopf und die Viren schwärmen aus. „Als würde ein unsichtbares, krankes Familienmitglied herumschleichen“, setzt die Stimme in einem Ton nach, der an eine Pestepidemie gemahnt.

Bewahren vor dem Unheil kann nur ein Desinfektionsspray. Es entferne „99,9 Prozent der Bakterien, einschließlich häufiger Erkältungs- und Grippeviren“. Mit dem Einblenden des Markenlogos und des Slogans „Schützt, wenn es darauf ankommt“ endet der 25-sekündige Werbespot. Die Botschaft indes wirkt nach: gefährliche Viren und Bakterien lauern überall.

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„Gerade im Gesundheitsbereich arbeitet die Werbung mit der Inszenierung von Ängsten, dramatisiert sie und setzt sie in starke Bilder um“, erklärt der Psychologe und Neuromarketing-Experte Hans-Georg Häusel. „Auf Angstsignale und Angstreduzierungsangebote reagiert der Mensch besonders intensiv.“ Keine Emotion motiviert stärker zum Handeln – und zum Kaufen.

Sicherheit im Freistaat Bayern baut Videoüberwachung aus

Um die Sicherheit zu verbessern, will Bayern die Videoüberwachung massiv ausbauen. Die Technik soll vermehrt in Bussen, Bahnen und öffentlichen Gebäuden genutzt werden. Datenschützer bewerten die Ausweitung skeptisch.

In Bayern arbeitet die Polizei seit Jahren mit einer Vielzahl von Videoüberwachungen. Schwerpunkte sind dabei Bahnhöfe und Orte mit hohen Besucherzahlen. Quelle: dpa

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