Konsum: Die Individualisierung der Preise

PremiumKonsum: Die Individualisierung der Preise

03. März 2017

Big Data macht’s möglich: Im Kapitalismus der Zukunft zahlen wir nicht mehr denselben Preis für dieselbe Ware. Sondern je nach Vermögen, Kontostand und Konsumverhalten mehr oder weniger.

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Der Preis ist heiß - Big Data macht’s möglich.

Das Hotel Pavillon de la Reine ist ein Kleinod für anspruchsvolle Paris-Fans, zentral gelegen, ein paar Schritte nur von Bastille und Seine-Inseln entfernt. Die Gäste wohnen hier still und grün, am Stadtpark Place des Vosges, an einem von Efeu überrankten Innenhof – für 517 Dollar pro Nacht auf den Seiten des US-Reiseportals Travelocity. Kein übles Angebot für Anfang April, verlängertes Wochenende. Kein schlechter Preis für Vier-Sterne-Noblesse in einer Weltstadt, für Boutique-Luxus in guter Lage.

Kein schlechter Preis? Tatsächlich ist die prima Offerte ein fauler Deal. Denn Travelocity verkauft das gleiche Zimmer zur gleichen Reisezeit auch zehn Prozent günstiger. Allerdings nur an Kunden, die nicht vor ihren Rechnern sitzen, ihre Tablets durchblättern oder am Desktop buchen, sondern den Browser ihres Mobiltelefons verwenden. „Mobile Exclusive“ steht da in kleinen grünen Buchstaben auf dem Handydisplay, und wirklich: Für smarte Phone-Benutzer kostet das Hotel Pavillon de la Reine nur rund 465 Dollar die Nacht – ein schicker Sonderpreis für die Generation Unterwegs, der eine geringere Zahlungsbereitschaft unterstellt wird als den etwas älteren Damen und Herren am Großbildschirm.

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