Macht Amazon den deutschen Handel platt?

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PremiumTechgigant im Angriffsmodus: Macht Amazon den deutschen Handel platt?

14. Juli 2017
von Henryk Hielscher, Jürgen Berke, Mario Brück, Matthias Hohensee und Peter Steinkirchner

Amazon bläst mit einer Doppelstrategie zum Angriff auf den Handel in Deutschland. Chef Jeff Bezos prescht ins stationäre Geschäft vor und baut seine Marktmacht im Netz aus. Die Konkurrenz staunt – und wehrt sich.

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Alarm im Einzelhandel: Die Offensive des Internetgiganten Amazon stellt deutsche Händler vor die Existenzfrage.

Das Musterbeispiel für seine jüngste Attacke auf die Wirtschaftswelt steht dem Amazon-Chef jeden Tag vor Augen. In der Ladenfassade der neuen, 37-stöckigen Konzernzentrale Day One in Seattle hat Jeff Bezos Amazon Go eingerichtet. Noch haben hier nur Mitarbeiter Zutritt. Der Prototyp des Supermarkts von morgen wird streng kontrolliert durch Wachleute und ist versperrt durch Schranken. Gelangte man ins Innere von Amazon Go, man sähe wohl die Zukunft des Einkaufens, des Konsums – des Handels.

Im Zentrum von Amazon Go steht eine Kühltheke mit frischen Sandwiches und Salaten, flankiert von Backwaren und Getränken. Testkäufer müssen eine App auf dem Smartphone starten und die Waren aus dem Regal ziehen, nichts weiter: Funkchips verbuchen den Einkauf der Produkte, und abgerechnet wird automatisch. „Just walk out“, nennt Amazon das – einen Supermarkt, der fast ohne Personal auskommt: reingehen, mitnehmen, rausgehen. Keine Schlangen. Keine Kassierer. Es ist Bezos’ nächster Angriff auf die etablierten Handelsriesen. Und vielleicht der entscheidende. Denn diesmal will die Netzversandmaschine auch die Innenstädte erobern.

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