Hamburg: Untergang eines großen Seefahrtstandorts

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PremiumHamburg: Untergang eines großen Seefahrtstandorts

30. Mai 2017
von Jacqueline Goebel

Die Schifffahrt steckt weltweit in der Krise und mit ihr Deutschlands maritime Hauptstadt. Reeder fahren in die Pleite, Banken zittern – und die großen Schiffe könnten bald woanders anlaufen.

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Ein Containerschiff legt am Terminal Burchardkai an.

Zu Anke Wibel kommen Hamburgs Seeleute, wenn sie vom Stress auf den Hochseeschiffen abschalten wollen. Wibel ist Diakonin, eine kleine, fröhliche Frau, gemeinsam mit ihrem Kollegen Jan Oltmanns leitet sie die Duckdalben. Das Haus ist eine Institution, ein Zufluchtsort zwischen Containern und Kränen. Für ein paar Stunden kommen die Seemänner hier vorbei. Das Bier kostet einen Euro, Billard und kickern ist umsonst. Sie kaufen ihren Kindern Süßigkeiten und schicken ihren Frauen Blumen, dann müssen sie zurück auf ihr Schiff.

An den Wänden der Mission hängen Rettungsringe, Bilder oder Seidenfächer. „Geschenke der Seemänner“, sagt Wibel. Das gefällt auch den Reedern, die einen Großteil der Kosten mit Spenden tragen. Doch mittlerweile wird offenbar manchem Spender das Geld knapp. „Wir haben harte Einschnitte“, sagt Wibel jedenfalls und guckt sich bedrückt im Raum um. „Viele der Unternehmen, die uns früher unterstützt haben, gibt es heute nicht mehr“, sagt sie dann.

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