Thyssenkrupp: Sich zu Tode sparen ist keine Lösung

PremiumKommentarThyssenkrupp: Sich zu Tode sparen ist keine Lösung

13. April 2017
von Angela Hennersdorf

Die Stahlsparte von Thyssenkrupp muss weiter abspecken. Ein Zukunftskonzept ist das nicht.

Bild vergrößern

Ein Beschäftigter von Thyssenkrupp.

Eine halbe Milliarde Euro will Heinrich Hiesinger an den Hochhöfen einsparen. Das wird zunächst einige Hundert Arbeitsplätze in der Stahlsparte des Konzerns kosten – aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Thyssenkrupp-Chef erneut durchgreifen wird und weitere Arbeitsplatzstreichungen folgen. Dennoch wird Hiesinger durch das langsame Schrumpfen der Sorgensparte auf keinen grünen Zweig kommen. Stattdessen werden wir bei Thyssenkrupp Stahl gerade Zeuge eines Todes auf Raten.

Schon seit 2013 sind 1000 Stellen weggefallen, bis 2018 verzichten die Stahlkocher zudem auf einen Teil ihres Lohns. Doch die Hochöfen verdienen trotz all der Sparrunden nicht einmal ihre Kapitalkosten. Überleben können die deutschen Stahlkocher eigentlich nur noch, weil die EU Dumpingzölle gegen den Billigstahl der Konkurrenz aus China verhängt. Das verschafft eine kurze Atempause – aber nur so lange, bis die Chinesen ihren Billigstahl über Drittstaaten doch wieder in den europäischen Markt drücken. In der Folge bluten die deutschen Stahlkocher mit dem nächsten Sparprogramm. Bis sie irgendwann ganz ausgeblutet sind. Kein Wunder, dass die Arbeitnehmervertreter von Thyssenkrupp die Lust verlieren, den erneuten Sparplänen der Essener Konzernleitung zuzustimmen.

Anzeige

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%