Nach Brexit-Votum: Deutsche Wirtschaft fürchtet massive Schäden

Nach Brexit-Votum: Deutsche Wirtschaft fürchtet massive Schäden

, aktualisiert 24. Juni 2016, 11:11 Uhr
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„Die Entscheidung schwächt das Vereinigte Königreich selbst, die EU und Deutschland – und zwar politisch wie wirtschaftlich.“

Quelle:Handelsblatt Online

Nach dem Votum der Briten für den Ausstieg aus der EU fürchtet die deutsche Wirtschaft den Brexit-Schock. Nun müsse es vor allem darum gehen, ein Auseinanderdriften der Europäischen Union zu vermeiden.

BerlinDie deutsche Wirtschaft fürchtet nach dem Brexit-Votum der Briten massive Einbußen und Schäden auch für die hiesigen Unternehmen. Außenhandelspräsident Anton Börner sprach am Freitag von einer Katastrophe, DIHK-Präsident Eric Schweitzer von einem „Schlag ins Kontor“ der deutschen Wirtschaft. „Die Entscheidung schwächt das Vereinigte Königreich selbst, die EU und Deutschland – und zwar politisch wie wirtschaftlich“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Industrieverbandes BDI, Markus Kerber. Sorge bereitet den deutschen Unternehmensverbänden auch, dass nun die gesamte Europäische Union in Gefahr kommen und zerreißen könnte.

„Das ist ein katastrophales Ergebnis für Großbritannien und auch für Europa und Deutschland, insbesondere für die deutsche Wirtschaft“, sagte Börner. Nun müsse es vor allem darum gehen, ein Auseinanderdriften der Europäischen Union zu vermeiden. Sonst könnten andere Länder den Briten folgen, „und es wird Europa zerreißen“. DIHK-Präsident Schweitzer sieht auf viele deutsche Firmen massive Veränderungen zukommen. Das gelte vor allem für die rund 2500 deutschen Firmen, die in Großbritannien produzierten. Die deutschen Exporteure müssten sich auf Absatzeinbußen einstellen. Auch Schweitzer sieht die Gefahr für die EU.

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Der BDI forderte einen Neustart in der EU. Leitmotiv der anstehenden Austrittsverhandlungen mit den Briten müsse eine maximale Schadensbegrenzung für die hiesigen Firmen, deren Beschäftigte und ihre Einkommen sein. Viele Fragen seien zu klären: die des Marktzugangs, der regulatorischen Standards und vieles mehr. Mittelstandspräsident Mario Ohoven warnte, gerade den deutschen Mittelstand werde der Brexit hart treffen – über neue Zölle und weitere zu erwartende Handelshemmnisse.

Volkswirte sprachen von einem Alptraum, der Wahrheit geworden sei. Ifo-Chef Clemens Fuest nannte die Brexit-Entscheidung „eine Niederlage der Vernunft“. Der Politik müsse nun den wirtschaftlichen Schaden begrenzen.

Großbritannien ist für die deutschen Exporteure mit einem Ausfuhrvolumen von knapp 90 Milliarden Euro im vergangenen Jahr der drittgrößte Exportmarkt. Davon hängen 750.000 Arbeitsplätze in Deutschland ab. Zudem sind rund 2500 deutsche Firmen mit rund 400.000 Beschäftigten in Großbritannien tätig.

Quelle:  Handelsblatt Online
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