Nach dem Börsen-Absturz: Wirecard-Aktie wieder im Aufwind

Nach dem Börsen-Absturz: Wirecard-Aktie wieder im Aufwind

, aktualisiert 07. April 2016, 11:42 Uhr
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Die Aktie von Wirecard, Anbieter elektronischer Zahlungs- und Risikomanagementlösungen, profitiert von den positiven Geschäftszahlen.

Quelle:Handelsblatt Online

Vor gut einem Monat stürzte die Wirecard-Aktie nach dubiosen Vorwürfen ab. Doch der Zahlungsabwickler stemmt sich dagegen – und lässt die Verdächtigungen ziemlich absurd erscheinen.

Der Zahlungsdienstleister Wirecard stockt nach einem Gewinnsprung die Dividende leicht auf. Die Ausschüttung für voriges Jahr werde um einen Cent auf 14 Cent je Aktie angehoben, teilte Wirecard am Donnerstag mit.
Der Konzernüberschuss stieg auf 142,6 Millionen Euro von 107,9 Millionen Euro im Jahr zuvor. An der bereits bekannten Prognose hält Vorstandschef Markus Braun fest: Im laufenden Jahr erwartet das Münchner Unternehmen einen Betriebsgewinn von 290 Millionen Euro bis 310 Millionen Euro. 2015 lag die Kennzahl bei 227 Millionen Euro.

Die Wirecard-Aktie ist im Technologie-Index TecDax gelistet und war im Februar abgestürzt, nachdem im Internet dubiose Betrugs- und Geldwäschevorwürfe gegen das Unternehmen erhoben wurden.
Als Folge stürzte der Aktienkurs von 47,60 auf 29,40 ab – ein Minus von mehr als 30 Prozent. Anteilseigner erlitten innerhalb eines Handelstags einen Verlust von insgesamt 1,3 Milliarden Euro. Doch die neuesten Entwicklungen geben dem Wertpapier Auftrieb. Der Kurse notiert derzeit nur noch knapp unterhalb der Marke von 35 Euro. Allein heute erzielte der Titel ein Plus von 2,8 Prozent.

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Experten vermuteten sogenannte Leerverkäufer hinter der Attacke - also Spekulanten, die mit fallenden Wertpapierkursen Geld verdienen. Dabei leihen sich Investoren Papiere, um diese sofort zu verkaufen. Ihr Ziel ist es, die Aktien bis zur Rückgabe billiger zurückzukaufen und die Differenz als Gewinn einzustreichen. Ende März 2016 war die Aktie noch die am stärksten leerverkaufte Aktie im Stoxx-600-Industrieindex.

Als Autor der ominösen Publikationen trat eine bis dahin unbekannte Firma namens Zatarra Research & Investigations auf. Die Webseite von Zatarra Research wurde erst vor einer Woche bei der Agentur ICANN registriert, die die Vergabe von Internet-Adressen koordiniert. Antragsteller war die Firma Perfect Privacy. Sie wirbt damit, dass die Betreiber der von ihr angemeldeten Seiten nicht zurückverfolgt werden können. Die einzige abrufbare Studie im Zatarra-Internetauftritt ist diejenige zu Wirecard.

„Wir sind allen Vorwürfen nachgegangen. Jeder einzelne Punkt ist falsch. Das sind haltlose Unterstellungen“, hatte Braun vor drei Wochen in einem Interview mit Reuters gesagt. Es handle sich um Kursmanipulation.
Eine Einschätzung, die auch Experten stets teilten: Der Ratschlag an Anleger von zehn Analysten, die Wirecard laut dem Informationsdienstleister Bloomberg nach Bekanntwerden der ersten Betrugsvorwürfe unter die Lupe genommen haben, fällt eindeutig aus: Sämtliche Experten stufen die Aktie als "Kauf" ein. Im Schnitt prognostizieren sie auf Jahressicht ein Kursziel von rund 53 Euro.

Quelle:  Handelsblatt Online
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