Nach dem Brexit: Nomura zieht es nach Frankfurt

Nach dem Brexit: Nomura zieht es nach Frankfurt

, aktualisiert 22. Juni 2017, 15:03 Uhr
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Die japanische Investmentbank will weniger als 100 Mitarbeiter in die Mainmetropole verlagern.

von Robert LandgrafQuelle:Handelsblatt Online

Auch, wenn die Chancen auf einen „weichen“ Brexit steigen, wollen viele Banken weg aus London. Die Investmentbank Nomura hat sich jetzt für Frankfurt als EU-Hauptquartier entschieden. Weitere Banken aus Tokyo folgen.

FrankfurtNach monatelangen Diskussionen ist die Entscheidung gefallen: Nomura Holdings verlagert seinen Hauptstandort in der Europäischen Union nach Frankfurt, nachdem Großbritannien die Gemeinschaft verlässt. Wie Finanzkreise berichten, werden weniger als 100 Mitarbeiter in die Mainmetropole verlagert. Eine offizielle Mitteilung wird für die nächste Woche erwartet, da teilweise noch mit Regulatoren gesprochen werden muss. Die Bank wollte die Informationen nicht bestätigen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuerst über den Abgang aus London berichtet. Nomura ist nicht die einzige japanische Bank, die sich für Frankfurt entschieden hat.

Auch der kleinere Konkurrent Daiwa Securities strebt nach Frankfurt und will hier eine Tochter mit Banklizenz aufbauen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Mit DC Advisory besitzt Daiwa bereits einen Beratung in Frankfurt, die Unternehmen bei Übernahmen und in Finanzdingen begleitet. Ich Diskussionen über eine teilweise Verlagerung nach Deutschland sollen neben Nomura und Daiwa auch die Institute Mizuho Financial Group, Mitsubishi UFJ mit ihren dicken Kreditbüchern sowie Sumitomo sein, berichten Finanzkreise. „Die Asiaten treten gerne im Paket auf“, sagte ein Top-Banker dazu. Frankfurt steht im Wettbewerb mit anderen Standorten wie Dublin, Paris, Madrid und Amsterdam.

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Die Mainmetropole hat den Vorteil, dass die Europäischen Zentralbank mit der Bankenaufsicht über die Institute aus der Währungsunion hier sitzt. Es bestehen zudem gute Chancen, dass die Europäische Bankenaufsicht EBA von London nach Frankfurt umzieht. Nach dem Brexit soll die Behörde aus London abgezogen werden. Für Aufsehen sorgte zuletzt, dass die US-Investmentbank Goldman Sachs sich auch offiziell für Frankfurt nach dem Brexit ausgesprochen hat und Teile des Handels an den Main verlagern will. Derzeit sucht neben Goldman Sachs auch der amerikanische Konkurrent Morgan Stanley nach neuen Büros. Die Verhandlungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union über den Brexit haben in dieser Woche begonnen.

Vor der Entscheidung für Frankfurt wurde das Management von Nomura bei dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier sowie der Finanzaufsicht Bafin gesichtet. Nomura arbeitet seit Jahren in Frankfurt. Durch die Übernahme der Standorte von Lehman Brothers in Europa nach der Pleite der Investmentbank war Nomura bereits gut vertreten, hat aber in den vergangenen Jahren den Standort verkleinert. Ende März arbeiteten gut 3000 Banker von Nomura in Europa, die meisten davon in London. Nach einer schwierigen Zeit für die Japaner ist das Bankgeschäft in Europa nach starken Einschnitten wieder zurückgekommen. Im vergangenen Fiskaljahr kam es erstmals nach sieben Jahren wieder zu einem Jahresgewinn.

Quelle:  Handelsblatt Online
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