Nach dem Frankenschock: Euro kurzzeitig über 1,10 Franken

Nach dem Frankenschock: Euro kurzzeitig über 1,10 Franken

, aktualisiert 25. Januar 2016, 20:04 Uhr
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Erstmals seit dem Frankenschock stieg der Wechselkurs von einem Euro auf 1,10 Franken.

von Julian TrauthigQuelle:Handelsblatt Online

Noch vor einem Jahr sprang der Wechselkurs der Schweizerischen Währung nach der Aufhebung der Mindestbindung zum Euro nach oben. Jetzt erobert er kurzfristig eine runde Marke zurück.

DüsseldorfDer Euro hat am Montag der zweite Mal seit dem Frankenschock zumindest kurzzeitig die Marke von 1,10 Franken durchbrochen. Zuletzt hatte er den Wert Mitte September erreicht. Grund dafür dürfte diesmal vor allem ein starker Euro-Kurs zum Wochenauftakt gewesen sein. Der Kurs nahm damit kurzzeitig eine weitere Hürde auf dem Weg zu einem Kurs von 1,20 Franken. Diese Marke hatte die Schweizerische Nationalbank noch vor einem Jahr als Mindestkurs vorgegeben, bevor sie die Bindung aufgab.

Der Chef der Schweizerischen Nationalbank Thomas Jordan hatte schon zum Jahrestag der Aufhebung der Euro-Bindung Mitte Januar vermutet, dass sich der Franken in diese Richtung bewegen werde. „Wir gehen davon aus, dass der Franken auf dem Niveau bleibt - sich respektive noch leicht abschwächt“, sagte er in einem SRF-Radiointerview. Der Kurs hatte sich in den vergangenen Monaten bei 1,08 Franken je Euro eingependelt.

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Am 15. Januar 2015 hatte die Notenbank verkündigt, einen Mindestkurs aufzuheben, der die Schweizer Exportwirtschaft hatte schützen sollen. Die Nachricht löste ein wahres Beben an den Weltmärkten aus. Der Kurs stürzte bis auf 0,85 Franken je Euro ab. Innerhalb von zwei Tagen wurden 16 Prozent des Wertes der 20 größten schweizerischen Börsenunternehmen vernichtet.

Während des Weltwirtschaftsforums in Davos sagte der Schweizer Finanzminister Ueli Maurer der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass der starke Franken weiterhin die heimischen Unternehmen belasten werde. „Wir werden auch in diesem Jahr noch massive Probleme mit dem Export haben“. Viele Unternehmen hatten zum Jahrestag über Nachfrageeinbrüche geklagt.

Für Maurer sei die schweizerische Wirtschaft dennoch gut aufgestellt. „Gegen den starken Franken und schwachen Euro ist mit vielen Innovationen gegenhalten worden“. Im Vergleich zu anderen Ländern stünde man gar nicht so schlecht da. „Wir müssen aber unsere Hausaufgaben machen.“, sagte Maurer Ende vergangener Woche.

Quellle:  Handelsblatt Online
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