Nach Merkel-Wahlkampfauftritt: CDU-Generalsekretär Tauber kritisiert Demonstranten scharf

Nach Merkel-Wahlkampfauftritt: CDU-Generalsekretär Tauber kritisiert Demonstranten scharf

, aktualisiert 09. September 2017, 12:38 Uhr
Bild vergrößern

„Unter dem Banner der AfD stören Rechtsextreme fast alle unsere Veranstaltungen“, kritisierte der CDU-Generalsekretär.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Wahlkampf mag langweilig sein, doch die Stimmung ist aufgeheizt. Wieder fliegen Tomaten bei einem Wahlkampfauftritt von Merkel. Für Peter Tauber sind viele der Demonstranten Rechtsextreme „unter dem Banner der AfD“.

BerlinNach erneuten Protesten und Störaktionen bei einer Wahlkampfveranstaltung der Union hat CDU-Generalsekretär Peter Tauber rechte Demonstranten scharf kritisiert. „Unter dem Banner der AfD stören Rechtsextreme fast alle unsere Veranstaltungen“, kritisierte der CDU-Politiker in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). „Sie schreien und pöbeln, nerven die wirklich interessierten Besucher.“ Daran habe sich schon bewahrheitet, dass dieser Wahlkampf anders als frühere werde.

Merkel war am Freitagabend bei einem Wahlkampfauftritt in Vorpommern von etwa 150 rechten Demonstranten mit Pfiffen und Buhrufen begrüßt worden, ihr Auto wurde bei der Einfahrt zur Veranstaltungshalle mit Tomaten beworfen. Demonstranten, darunter NPD- und AfD-Anhänger, riefen vor der Halle „Hau ab! Hau ab!“.

Anzeige

Die CDU-Vorsitzende war zuvor bereits in Heidelberg mit Tomaten beworfen worden. Am Mittwoch wurde ihre gesamte Rede im sächsischen Torgau mit Buhrufen, Pfiffen und Hupen massiv gestört. Tauber sagte: „Diese selbsternannten Patrioten sind in weiten Teilen Rechtsextreme, die mit der einen Hand AfD-Plakate schwenken und die andere zum Hitlergruß heben.“ Die Union werde aber nicht weichen. „Das sind wir unseren Anhängern schuldig.“ Die Zahl der Interessierten sei aber um ein Vielfaches höher als die der „Schreihälse“ - auch im Osten.

Meinungsforscher rechnen zwei Wochen vor der Bundestagswahl mit einer deutlich höheren Wahlbeteiligung als vor vier Jahren. 39 Prozent wollten Merkel auf keinem Fall mehr als Kanzlerin haben und gingen deshalb eher wählen, erklärte der Chef des Insa-Instituts, Hermann Binkert, der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Samstag). Manche frühere Nichtwähler fänden in der AfD ein Angebot, das sie zur Wahl motiviere. Im Gegenzug gingen viele nur zur Wahl, um ein zu starkes AfD-Ergebnis zu verhindern. „Ich erwarte eine Beteiligung zwischen 75 und 80 Prozent“, sagte Binkert. 2013 hatten 71,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Auch Forsa-Chef Manfred Güllner rechnet mit drei bis vier Prozentpunkten mehr als vor vier Jahren.

In jüngsten Umfragen ist Merkels Union weiterhin klar stärkste Kraft mit 38 oder 37 Prozent – die SPD von Kanzlerkandidat Martin Schulz liegt gut zwei Wochen vor der Bundestagswahl in Umfragen unter ihrem historisch schlechtesten Wahlergebnis von 2009. Befragungen für ARD und ZDF sehen die Sozialdemokraten bei 22 beziehungsweise 21 Prozent. Eng ist das Rennen um Platz drei, wobei sich im ARD-„Deutschlandtrend“ die AfD mit 11 Prozent vor die Linke (10), FDP (9) und Grüne (8) schiebt. Das ZDF-„Politbarometer“ sieht FDP, Linke und AfD gleichauf bei je 9 Prozent und die Grünen bei 8 Prozent.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%