Wells Fargo: John Stumpf tritt nach Konto-Skandal zurück

Nach Skandal um gefälschte Konten: Wells-Fargo-CEO nimmt seinen Hut

, aktualisiert 13. Oktober 2016, 00:34 Uhr
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Der Chairman und CEO von Wells Fargo, hier bei einer Anhörung des Senate Banking, Housing and Urban Affairs Committee, ist am Mittwoch mit sofortiger Wirkung zurückgetreten.

Quelle:Handelsblatt Online

Am Ende war der Druck zu groß. John Stumpf, Vorstandschef der US-Bank Wells Fargo, tritt nach einem Skandal um Millionen gefälschter Konten zurück.

Der Vorstandschef der US-Bank Wells Fargo ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. An die Stelle von John Stumpf trete der operative Geschäftsführer Tim Sloan, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Im September hatte das Direktorium der wegen umstrittener Verkaufspraktiken in die Schlagzeilen geratenen Bank Stumpf bereits einen Aktienbonus von 41 Millionen Dollar (37 Millionen Euro) gestrichen.

Stumpf hatte sich zuvor in einer Anhörung vor einem Senatsausschuss verantworten müssen, in dessen Verlauf sein Rücktritt und eine strafrechtliche Ermittlung gefordert wurden. Wells-Fargo-Mitarbeiter hatten ohne Erlaubnis der Kunden Millionen von Bankkonten eröffnet und Online-Banking-Aktivitäten vorgetäuscht, um die von der Unternehmensführung gesetzten Verkaufsziele zu erreichen. Als dies bekannt wurde, feuerte die Bank rund 5300 Angestellte. Sie stimmte inzwischen der Zahlung von 185 Millionen Dollar als Entschädigungen zu.

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Wie oft in solchen Fällen war mit der Strafzahlung ein Deal verbunden, dass die Bank keinerlei Schuldeingeständnis zu machen brauchte. Der Vorstand glaubte deshalb, wieder zum Tagesgeschäft übergehen zu können. Doch dieses Mal wollte sich die Empörung auf politischer Seite einfach nicht legen. Mehrere Bundesstaaten beendeten ihre Geschäftsbeziehungen mit der Bank oder froren sie zeitweilig ein. Stumpf selbst geriet immer stärker in die Kritik, weil ihm die Geschäftspolitik angelastet wurde, die das Fehlverhalten der Angestellten geradezu herausgefordert habe.

Wells Fargo Konten-Skandal trifft auch Unternehmer

Der Skandal um Phantomkonten bei der US-Bank Wells Fargo ist offenbar größer als bislang angenommen. Wie ein US-Senator berichtet, sollen neben Privatkunden auch Kleinunternehmer von dem Skandal betroffen sein.

Mitarbeiter der Wells Fargo hatten mehr als zwei Millionen falscher Konten eingerichtet, um ihre Verkaufsziele zu erreichen. Quelle: AP

Die leitende Angestellte des Bereichs auf Vorstandsebene wurde nicht entlassen, sondern von dem 63-jährigen geregelt in den Ruhestand geschickt, wodurch sie einen zweistelligen Millionenbetrag an Boni behalten durfte. Auch das hatte nach Bekanntwerden für massive Verstimmung bei Politik und Aktionären gesorgt. Letztere mussten einen Kurssturz von knapp 50 Dollar auf zuletzt 45 Dollar mitansehen und verloren über 20 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung Nachbörslich legte die Aktie um rund zwei Prozent auf 46,25 Dollar zu.

„Ich glaube, es ist das Beste für das Unternehmen, wenn ich abdanke“, erklärte Stumpf in einem Statement. Nach Berechnungen von Finanzanalysten dürfte sein Ruhestandspaket immer noch in der Größenordnung um 130 Millionen Dollar liegen. Die Details sind aber nicht bekannt. Am Freitag wird die Bank ihre Zahlen zum Verlauf des abgelaufenen Quartals bekanntgeben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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