Nachhaltigkeit: DZ Bank will raus aus der Kohle

Nachhaltigkeit: DZ Bank will raus aus der Kohle

, aktualisiert 07. November 2017, 18:04 Uhr
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Schluss mit der Finanzierung von Kohlekraftwerken

von Katharina SlodczykQuelle:Handelsblatt Online

Weltweit pochen Investoren seit einigen Jahren auf mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Jetzt reagiert die DZ Bank zumindest teilweise auf die Forderung und steigt aus der Finanzierung von Kohlekraftwerken aus.

FrankfurtDie genossenschaftliche DZ Bank will keine Kohlekraftwerke mehr finanzieren. „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, künftig neue Anfragen für Projektfinanzierungen für Kohlekraftwerke abzulehnen“, heißt es in einem Brief des zweitgrößten deutschen Kreditinstituts, das dem Handelsblatt vorliegt und über den „Spiegel Online“ als erstes berichtet hatte.

Weltweit pochen Investoren in zunehmenden Maße auf mehr Klimaschutz. Bereits vor zwei Jahren hatte der Versicherungskonzern Allianz reagiert und seinen Ausstieg aus allen Kohleinvestitionen verkündet. Nach und nach haben sich weitere Unternehmen dem Trend angeschlossen.

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Die US-Großbank JP Morgan Chase hat im vergangenen Jahr bekanntgegeben, keine Kohleprojekte in Industrieländern mehr finanzieren zu wollen. Mittelfristig sollten auch Kredite an Kohleförderer heruntergefahren werden. In Entwicklungsländern will JP Morgan darauf achten, dass von ihr finanzierte Kohlekraftwerke den neuesten technischen Anforderungen entsprechen.

Die Deutsche Bank hat Anfang dieses Jahres bestätigt, keine neuen Kredite mehr für Minen und den Bau neuer Kraftwerke zur Verfügung zu stellen. Vor knapp einem Monat hat BNP Paribas einen etwas anderen Weg eingeschlagen: Die französische Großbank will künftig keine Geschäfte mehr mit Unternehmen machen, die Schieferöl und Schiefergas produzieren. Das schließt auch Zulieferfirmen ein. Außerdem will BNP Paribas künftig keine Unternehmen oder Projekte finanzieren, die Öl und Gas in der Arktis fördern möchten. „Als internationale Bank wollen wir die Energietransformation und die Dekarbonisierung der Wirtschaft vorantreiben“, so die Begründung von Bank-Chef Jean-Laurent Bonnafé.

Die britische Großbank HSBC hat Anfang dieser Woche verkündet, 100 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2025 in nachhaltige Investments zu stecken. Die Bank will zudem ihre Stromversorgung komplett auf Ökostrom umstellen und in Industrieländern keine Kohlekraftwerke mehr finanzieren.

Die DZ Bank will nicht nur aus der Finanzierung von Kohlekraftwerken aussteigen. Zusätzlich arbeite man an einer neuen Klimastrategie für die Unternehmen der DZ Bank Gruppe, heißt es in dem Brief, den die beiden Firmenkunden-Vorstände Stefan Zeidler und Uwe Berghaus unterschrieben haben. Adressiert ist das Schreiben an die GLS Bank, die ebenfalls zum Verbund der Volks- und Raiffeisenbanken gehört. Die GLS Bank setzt sich innerhalb der Genossenschaftsbanken schon länger für Nachhaltigkeit ein.

Seit dieser Woche verhandeln Vertreter aus 200 Staaten bei der Weltklimakonferenz in Bonn, wie das Pariser Klimaabkommen umgesetzt werden soll. Es geht dabei auch um die klimaschädlichen Kohlekraftwerke. In Berlin ringen dagegen CDU, FDP und die Grünen über eine Regierungskoalition. Klimaschutz und Kohleausstieg sind dort ebenfalls Teil der Diskussionen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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