Negativzinsen für große Vermögen: Sparkasse denkt über Strafzinsen für Reiche nach

Negativzinsen für große Vermögen: Sparkasse denkt über Strafzinsen für Reiche nach

, aktualisiert 17. März 2016, 16:26 Uhr
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Vermögende Kunden könnten schon Bald beim Sparen draufzahlen.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Sparkasse Oberhausen möchte ihre vermögenden Privatkunden zur Kasse bitten. Man schließe Strafzinsen für Kunden, die Geldbeträge im siebenstelligen Bereich anlegen wollten, nicht mehr aus.

OberhausenAngesichts des andauernden Zinstiefs schließt die Sparkasse Oberhausen die Einführung von Strafzinsen auch für reiche Privatkunden nicht mehr grundsätzlich aus. „Wir können Negativzinsen in Zukunft auch für Privatkunden nicht mehr ausschließen“, sagte Oberhausens Sparkassen-Chef Bernhard Uppenkamp am Mittwoch der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Sollte man sich zu einem solchen Schritt entschließen, wären davon jedoch nur vermögende Kunden betroffen, die Geldbeträge im siebenstelligen Bereich anlegen wollten, so der Sprecher am Donnerstag. Zeitungen der Funke Mediengruppe hatten zuerst über die Äußerungen berichtet. „Da wird kein privater Sparkunde in absehbarer Zeit betroffen“, sagte er weiter. Man werde neue Großkunden mit Millionenbeträgen nicht abweisen, denkbar seien aber künftig Verträge, die Strafzinsen erlaubten.

Bislang werden nach Angaben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) noch von keiner Sparkasse derartige Strafzinsen von Privatkunden erhoben. Damit würden solche Negativzinsen, die die Europäische Zentralbank (EZB) für geparkte Gelder von Banken verlangt, an bestimmte Kunden weitergegeben. Für andere Banken sind Negativzinsen allerdings nichts Neues. Sie geben den Negativzins an ihre Kunden weiter – allerdings waren bislang nur institutionelle Kunden und Großanleger von dem Strafzins betroffen.

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Die Sparkassen – wie auch Banken – haben angesichts des Niedrigzinsumfelds Schwierigkeiten, an der Differenz zwischen den Zinsen im Einlagen- und Kreditgeschäft zu verdienen. Zuletzt hat sich die Lage durch die weitere Zinssenkung seitens der EZB. Diese senkte den Banken-Strafzins von 0,3 auf 0,4 Prozent und den Leitzins auf Null. Die Hoffnung der Zentralbanker: Wenn es sich für die Banken nicht mehr lohnt, ihr Geld bei der EZB zu parken, hätten sie den Anreiz, es an Firmenkunden weiterzugeben. Vor allem die schwächeren Ökonomien der südeuropäischen Staaten sollten so profitieren. Deren Unternehmen kämen so leichter an die Liquidität.

Für die Sparer im Norden Europas bedeutet die EZB-Politik dagegen sinkende Zinsen. Auch die Angst vor Geldentwertung wächst angesichts der EZB-Milliarden. Und das spüren auch die Sparkassen. Schon seit seit Jahren verzeichnen sie einen Lauf auf sichere Aufbewahrungsmöglichkeiten für Wertgegenstände in den Sparkassen. „Es gibt fast keine Schließfächer mehr“, sagte der DSGV-Sprecher. Was von den Kunden dort deponiert werde, sei jedoch nicht bekannt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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