Negativzinsen und Marktturbulenzen: Schweizer Banken drücken beim Stellenabbau aufs Tempo

Negativzinsen und Marktturbulenzen: Schweizer Banken drücken beim Stellenabbau aufs Tempo

, aktualisiert 01. September 2016, 14:20 Uhr
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Für die kommenden Monate seien aufgrund des großen Stellenabbaus im ersten Halbjahr keine größeren Streichungen zu erwarten, so die Schweizer Bankenvereinigung.

Quelle:Handelsblatt Online

1000 Stellen im letzten Jahr, 3500 Stellen in diesem: Die Banken der Schweiz treiben den Stellenabbau schneller voran. Gleichzeitig schaffen die Institute doppelt so viele neue Arbeitsplätze – allerdings im Ausland.

ZürichDie Schweizer Banken haben den Stellenabbau einer Umfrage ihres Verbands zufolge beschleunigt. Die von der Schweizer Bankiervereinigung (SBVg) befragten Institute hätten im ersten Halbjahr knapp 3500 Vollzeitarbeitsplätze oder vier Prozent der Stellen im Inland gestrichen. „Das ist viel“, sagte der Leiter der SBVg-Wirtschaftspolitik, Martin Hess, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Federführend dabei seien vor allem die Großbanken UBS und Credit Suisse gewesen. Parallel zu dem Stellenabbau in der Schweiz hätten die Institute im Ausland neue Arbeitsplätze geschaffen – netto knapp 7000. Damit könnten sie ihre Kosten senken oder Kunden im Ausland besser betreuen, sagte Hess.

Im gesamten vergangenen Jahr fielen gut 1000 Stellen weg. Zu Beginn der Finanzkrise hatten bei den Banken in der Schweiz gut 110.000 Menschen gearbeitet, 2015 waren es 103.000. Für die zweite Jahreshälfte sei nach dem Kahlschlag im ersten Halbjahr kein größerer Abbau zu erwarten, erklärte die SBVg.

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Die Einnahmen des Sektors stieg im Vorjahr um fünf Prozent auf knapp 65 Milliarden Franken – das ist der höchste Wert seit der Finanzkrise. Weil viele der vermögenden Kunden wegen der Marktturbulenzen weniger Anlageprodukte kaufen, schrumpfte der Kommissionsertrag der Institute weiter.

Der Zinsertrag stieg trotz der rekordtiefen Zinsen hingegen weiter an und übertraf nach Angaben der SBVg erstmals das für die Schweizer Banken traditionell wichtige Kommissionsgeschäft. Die SBVg erwartet daher nicht, dass die Institute die Negativzinsen an Privatsparer weiterverrechnen. „Wenn Sie diesen Zinserfolg anschauen, in einem Umfeld mit Negativzinsen, dann gibt es unmittelbar keine Veranlassung, diese auf die Privatsparer zu übertragen. Das wäre wie ein Tabubruch, wenn man das auf breiter Ebene machen würde“, sagte Hess.

Quelle:  Handelsblatt Online
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