Nespresso-Mutter: Aufputschmittel Kaffee bringt Nestlé voran

Nespresso-Mutter: Aufputschmittel Kaffee bringt Nestlé voran

, aktualisiert 14. April 2016, 12:36 Uhr
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Schauspieler George Clooney ist Werbefigur von Nespresso. Das Kaffeegeschäft ist ein Wachstumstreiber der Konzernmutter Nestlé.

von Holger AlichQuelle:Handelsblatt Online

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé, zu dem auch Kaffeeproduzent Nespresso gehört, bestätigt im ersten Quartal seinen Ausblick – das Jahresziel ist aber noch weit entfernt. Das Aufputschmittel Kaffee hilft weiter.

ZürichDer Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé hat im ersten Quartal organisch – das heißt ohne Wechselkurs- und andere Sondereffekte – den Umsatz um 3,9 Prozent gesteigert und damit die Analystenerwartungen übertroffen. Diese hatten im Schnitt mit einem Zuwachs von 3,6 Prozent gerechnet. „Das unerwartet starke reale interne Wachstum (RIG) ist eine Erleichterung und bestätigt, dass Nestlé Marktanteile dazugewinnt“, kommentierte Jean-Philippe Bertschy von der Bank Vontobel. Die Aktie legte zu.

Nestlé profitiert indes auch von einem geschickten Erwartungsmanagement. Denn bei der Vorstellung der Jahresergebnisse hatte Finanzchef François-Xavier Roger davor gewarnt, dass das Wachstum im ersten Quartal schwach ausfallen würde.

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Der Hersteller von Nespresso, Maggi und Kitkat bestätigte den Jahresausblick des Umsatzwachstums auf Vorjahres-Niveau – also um die 4,2 Prozent. Klingt positiv, doch liegt das Jahresziel ein ganzes Stück entfernt von dem traditionellen Mittelfrist-Ziels eines organischen Wachstums von fünf bis sechs Prozent pro Jahr. Obwohl der Konzern mehrere Jahre in Folge diese Vorgabe verfehlt hat, hält Nestlé offiziell daran fest. Jon Cox vom Broker Kepler Chevreux hält das Wachstumsziel für das laufende Jahr für zu vorsichtig, er hält ein Plus von 4,5 Prozent für möglich.

Allerdings leidet ein Konsumgüter-Riese wie Nestlé unter dem deflationären Preisumfeld. Das zeigt sich erneut im ersten Quartal. So stammen vom organischen Wachstum von 3,9 Prozent nur 0,9 Punkte aus Preisanpassungen, den Löwenanteil des Wachstums steuern Volumensteigerungen bei.

Mit Blick auf die Detailzahlen war der Absatz von Getränken in flüssiger und Pulverform – das ist bei Nestlé vor allem Kaffee – mit plus 6,3 Prozent besonders dynamisch. Fertiggerichte und Speise-Eis schnitten mit je plus 1,5 Prozent unterdurchschnittlich ab. Mit Blick auf die Regionen wuchsen die Absätze mit plus 5,5 Prozent in der Zone Nord- und Südamerika am stärksten, gefolgt von der Zone Europa, Nahost und Nordafrika (plus 3 Prozent) und Asien/Ozeanien, Subsahara Afrika (plus 2,3 Prozent).


Mit Maggi-Nudeln Marktanteile in Indien zurückgewinnen

Im ersten Quartal half Nestlé auch, dass der Konzern die Maggi-Nudeln in Indien wieder verkaufen darf. Indische Behörden hatten vergangenen Jahres ein Verkaufsverbot verhängt, weil die Nudeln angeblich zu viel Blei enthielten. Unabhängige Tests zeigten jedoch, dass die Vorwürfe falsch waren.

Laut Finanzchef Roger gewinnen die Maggi-Nudeln in Indien Marktanteile zurück, der Trend dürfte sich im zweiten Quartal verstärken. „Allerdings sind wir in Sachen Verkäufe noch nicht wieder da, wo wir früher waren“, so Roger.

Noch nicht zufrieden ist das Management mit den Ergebnissen der Erdnussmilch und Reisbrei der Marke „Yinlu“ in China. Mit neuen Produkten und Marketing versucht der Konzern, die Marke wieder zu dynamisieren, so wie es mit Tiefkühlpizza in den USA zuvor gelungen ist.

Das Rennen USA versus China hat für Nestlé eine tiefergehende Bedeutung: Denn die Chefs beider Regionen – Laurent Freixe (USA) und Wan Ling Martello (Asien) – gelten als Kandidaten für die Nachfolge von Vorstandschef Paul Bulcke.

Quelle:  Handelsblatt Online
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