Nespresso & Co.: Hamburg verbietet Kapsel-Kaffee

Nespresso & Co.: Hamburg verbietet Kapsel-Kaffee

, aktualisiert 19. Januar 2016, 17:09 Uhr
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Die Hansestadt Hamburg verbietet ihren Beamten und Angestellten den Kauf von Nespresso-Kapseln – zumindest auf Staatskosten.

von Christoph KapalschinskiQuelle:Handelsblatt Online

Die Hansestadt Hamburg verbietet es ihren Mitarbeitern, Nespresso-Kapseln zu kaufen – zumindest auf Staatskosten. Ein neues, 150-seitiges Bürokratie-Werk macht Beamten und Angestellten noch einige andere Vorschriften.

HamburgDie Hansestadt Hamburg verbietet ihren Beamten und Angestellten den Kauf von Nespresso-Kapseln – zumindest auf Staatskosten. Das geht aus den neuen „Leitfaden zur umweltverträglichen Beschaffung“ hervor. Neben Kaffeemaschinen mit Alukapseln sind künftig Mineralwasser aus Einwegflaschen sowie chlorhaltige Putzmittel verboten.

Der Grüne Umweltsenator Jens Kerstan will der Stadt damit bei der ökologischen Beschaffung zu einer „Vorreiterrolle in Deutschland“ verhelfen. „Mit ihrer Einkaufsmacht von mehreren hundert Millionen Euro pro Jahr kann die Stadt mit dafür sorgen, dass umweltschädliche Produkte sich seltener verkaufen“, erklärte er am Dienstag.

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Nespresso-Kapseln gelten als umweltschädlich, weil sie aus Aluminium bestehen – einem Material, dessen Herstellung viel Energie kostet. Andere Systeme wie Senseo kommen mit Zellstoff aus. Allerdings: Die Nestlé-Tochter Nespresso selbst rechnet den Energieeinsatz schön: „Die Nachhaltigkeit wird nicht nur von der Verpackung beeinflusst. Vollautomaten mahlen jedes Mal eine Portion Bohnen. Das ist viel weniger effizient, als wenn Sie alles - wie bei Nespresso - direkt in der Rösterei mahlen“, sagte Nespresso-Deutschlandchef Niels Kuijer kürzlich im Handelsblatt-Interview. Zudem lasse sich Aluminium gut wiederverwerten.

Umweltschützer sehen den Kaffeekapsel-Müllberg weitaus kritischer. 4000 Tonnen Alu- und Plastikmüll erzeugen die Deutschen im Jahr, hat etwa das Freiburger Öko-Institut errechnet.

Bei der Berliner Energieagentur, die den ausführlichen Kriterienkatalog für die Hansestadt erarbeitet hat, zogen die Argumente von Nestlé offenbar ebenfalls nicht. Allerdings führt die Fleißarbeit der Öko-Experten zu einiger Bürokratie: 150 Seiten umfasst die neue Drucksache, an die sich Hamburgs Staatsdiener künftig halten müssen. Eine Vorläuferregelung von 2007 war noch mit vergleichsweise mageren 22 Seiten ausgekommen.

Eine gute Nachricht enthält das Druckwerk jedoch für die Hersteller von Elektroautos: Der Fuhrpark der „Kernverwaltung“ soll bis 2020 zur Hälfte aus E-Autos bestehen. Bislang werde rund ein Viertel der 315 „Mittelklasse-Pkw“ elektrisch betrieben, meldete der rot-grüne Senat des Stadtstaats.

Quellle:  Handelsblatt Online
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