Neue Rakete und eigene Raumstation: Chinas ehrgeizige Weltraumpläne

Neue Rakete und eigene Raumstation: Chinas ehrgeizige Weltraumpläne

, aktualisiert 22. April 2016, 09:47 Uhr
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2012 gelang China das erste Andockmanöver im All - wichtige Voraussetzung für den Aufbau einer eigenen Raumstation.

Quelle:Handelsblatt Online

China gehört nicht zu den Betreibern der Raumstation ISS, nicht zuletzt wegen Widerständen aus den USA. Deshalb plant das Land eine eigene Raumstation - und hat auch noch andere ehrgeizige Weltraumpläne.

PekingChina will in zwei Jahren mit dem Aufbau seiner ersten Raumstation beginnen. Das Kernmodul „Tianhe-1“ (Himmlische Harmonie) soll 2018 mit einer neuen, leistungsstärkeren Trägerrakete vom Typ „Langer Marsch 5“ ins All geschossen werden. Wie ein Sprecher des Raumfahrtprogramms der Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, werden zwei Labormodule folgen.

Abgeschlossen soll der Bau der Raumstation bis 2022 sein – das wäre zwei Jahre später als ursprünglich geplant. Hintergrund für die Verzögerung sind Probleme bei der Entwicklung neuer, leistungsstärkerer Raketen.

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Die neue Raumstation soll laut Experten eine Lebensdauer von zehn Jahren haben. Mit allen Modulen und einem angekoppelten Raumschiff dürfte sie ein Gewicht von 90 Tonnen erreichen. Sie soll über zwei Roboterarme verfügen, von denen einer 25 Tonnen bewegen kann. Maximal drei Raumfahrer sollen gleichzeitig in der Raumstation leben können, die allerdings nicht ständig bemannt sein wird.

Sollte die Internationale Raumstation ISS wie vorgesehen 2024 ihren Dienst einstellen, wäre China dann die einzige Nation mit einem permanenten Außenposten im All. China gehört nicht zu den Ländern, die sich am Bau und Betrieb der ISS beteiligen – unter anderem, weil die USA in Raumfahrtangelegenheiten nicht mit China zusammenarbeiten. So wurde der US-Weltraumbehörde Nasa 2011 eine Kooperation mit China vom US-Kongress strikt untersagt.

Vor diesem Hintergrund verfolgt China ein ehrgeiziges eigenes Raumfahrtprogramm, das nicht nur den Aufbau einer ständigen Raumstation und eines Raumteleskops, sondern auch Missionen zum Mond und Mars als Ziele hat. So plant China im dritten Quartal dieses Jahres den Start eines neuen, zweiten Raumlabors „Tiangong-2“ (Himmelspalast) und einen weiteren Raumflug mit zwei Astronauten, die daran andocken sollen. Im nächsten Jahr soll zudem das erste chinesische Frachtschiff „Tianzhou-1“ (Himmelsschiff) an „Tiangong-2“ ankoppeln und wichtige Systeme testen, wie Xinhua berichtete.


Eigenes Weltraumteleskop und ein Flug zum Mars

Für die jeweils 20 Tonnen schweren Großmodule der Raumstation braucht China allerdings tragfähigere Raketen als bisher. Sie sollen einmal von dem dritten Raumfahrtbahnhof des Landes in Wenchang auf der südchinesischen Insel Hainan starten. Die Nähe zum Äquator ist für Raumflüge besser geeignet. Die Entwicklung der neuen Raketen hinkt nach Angaben von Experten allerdings seit einiger Zeit hinter dem Plan her.

Neben der Raumstation soll in der gleichen Umlaufbahn auch etwa um 2022 ein Raumteleskop stationiert werden, das dem „Hubble“-Teleskop der USA von 1990 ähnelt, berichtete der Chefingenieuer des bemannten Raumprogramms, Zhou Jianping, laut Xinhua. Die Linse soll zwei Meter Durchmesser und ein deutlich größeres Blickfeld als „Hubble“ haben. Astronauten sollen das Teleskop bei Problemen von der Raumstation aus warten können.

Nach dem Erfolg mit der Landung einer Falcon-9-Raketenstufe der US-Raumfahrtfirma SpaceX Anfang April berichtete die Staatsagentur Xinhua, das auch China an wiederverwertbarer Raketentechnologie forsche, die aber anders sein könnte. Ernsthafte Ergebnisse seien allerdings erst im Laufe der nächsten fünf Jahre zu erwarten. Es könnte allerdings noch sehr viel länger dauern, bis solche Raketen die heutigen Typen ablösen könnten, hieß es.

Zudem plant China nach Angaben eines hohen Raumfahrtfunktionärs, 2021 erstmals mit einer Sonde auf dem Mars zu landen. Der Chefdesigner des Mond- und Marsprogramms, Wu Weiren, sagte dem britischen Rundfunksender BBC, vorher wolle sein Land aber erneut zum Mond fliegen und erstmals auch Proben zur Erde zurückbringen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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