Neue Strategie: EU will faule Kredite abbauen

Neue Strategie: EU will faule Kredite abbauen

, aktualisiert 11. Juli 2017, 13:51 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Die Länder der Europäischen Union wollen einen Aktionsplan gegen faule Kredite beschließen. Die Bankenaufsicht soll dann mehr Befugnisse erhalten. Eine Bad Bank soll es aber nicht geben.

BrüsselDie EU-Finanzminister stehen vor der Verabschiedung eines Plans zur Verringerung fauler Kredite in Banken-Bilanzen. Geldhäuser in der EU schieben als Hinterlassenschaft aus der Finanzkrise und der nachfolgenden Wirtschafsflaute immer noch Problem-Darlehen im Volumen von fast einer Billionen Euro vor sich her. Das dämpft ihre Fähigkeit zur Kreditvergabe und bremst Experten zufolge auch das Wirtschaftswachstum in der Ländergemeinschaft.

„Der heute zu verabschiedende europäische Aktionsplan für notleidende Kredite ist ein großer Schritt, um das Problem anzugehen“, sagte Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis am Dienstag zu Journalisten vor Beginn des Finanzminister-Treffens in Brüssel. Dombrovskis zufolge soll unter anderem die Bankenaufsicht mehr Befugnisse erhalten. Den Plänen zufolge ist etwa vorgesehen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) Institute dazu anhalten kann, ihre Kapitalpuffer für solche Problemkredite zu erhöhen, sollten diese als unzureichend bewertet werden.

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Die Minister wollen zudem Vorschläge machen, wie der Sekundärmarkt für solche Problem-Darlehen verbessert werden kann. Bislang sind solche Marktplätze kaum entwickelt. Banken können derzeit faule Kredite nur deutlich unter ihren Nominalwerten losschlagen, was starke Löcher in ihre Bilanzen reißt.

Pläne zur Errichtung einer EU-weiten „Bad Bank“, die faule Kredite erwirbt und dann an Investoren weiterverkauft, sind dagegen erstmals vom Tisch. Stattdessen verständigten sich die Minister bereits auf eine Blaupause für die Schaffung nationale Verwertungsgesellschaft (AMC) für solche Darlehen. Die Finanzbranche warnte unterdessen vor Überregulierung und einer unnötigen Kostenexplosion.

„Die Aufsicht hat bereits weitreichende Befugnisse, um festgestellte Mängel bei den von ihr überwachten Banken anzugehen“, erklärte die Interessvertretung der Finanzwirtschaft AFME. Ihre Kompetenzen müssten daher nicht erweitert werden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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