Neuemission: Lieferando-Eigentümer will an die Börse

Neuemission: Lieferando-Eigentümer will an die Börse

, aktualisiert 06. September 2016, 14:53 Uhr
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Die 2009 in Berlin gegründete Lieferando war vor gut zwei Jahren an Takeaway.com verkauft worden.

Quelle:Handelsblatt Online

Der niederländische Mutterkonzern des Online-Lieferdienstes Lieferando plant noch in diesem Herbst den Börsengang in Amsterdam. Somit könnte Lieferando dem Konkurrenten Lieferheld aus der Rocket-Schmiede zuvorkommen.

Amsterdam/FrankfurtDie Essens-Bestelldienst Lieferando soll noch im Herbst an die Börse. Die niederländische Muttergesellschaft Takeaway.com gab am Dienstag den Startschuss für ihren Gang an die Amsterdamer Euronext. Dem Unternehmen selbst sollen dabei 175 Millionen Euro zufließen, zudem wollen die Alteigentümer um Firmengründer Jitse Groen und die Startup-Investoren Macquarie Capital und Prime Ventures Aktien auf den Markt werfen. Insgesamt könnte die Emission damit Finanzkreisen zufolge mindestens 800 Millionen Euro schwer werden.

„Takeaway.com ist im Jahr 2000 auf einem Dachboden in den Niederlanden gegründet worden und ist heute führend unter den Online-Lieferdiensten auf dem europäischen Kontinent“, resümierte Groen. Nun gehe es um die Finanzierung der nächsten Wachstumsschritte.

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Lieferando kommt damit dem Rivalen Delivery Hero zuvor, an dem die Berliner Unternehmens-Schmiede Rocket Internet beteiligt ist. Delivery Hero („Lieferheld“) hat zwar bereits Investmentbanken für einen Börsengang mandatiert. Dieser dürfte aber Insidern zufolge nicht mehr in diesem Jahr über die Bühne gehen.

Die 2009 in Berlin gegründete Lieferando war vor gut zwei Jahren an Takeaway.com verkauft worden. Lieferando-Gründer Jörg Gerbig leitet seither das operative Geschäft des Konzerns. In Österreich und der Schweiz firmiert der Lieferdienst unter lieferservice.at und lieferservice.ch.


Der Rivale „Just Eat“ ist bereits an der Börse

Das Unternehmen bietet eine Plattform zur Bestellung von Menüs aus gut 30.000 angeschlossenen Restaurants. Geliefert werden diese von den Restaurants selbst. 2015 wurden europaweit rund 34 Millionen Bestellungen von sieben Millionen Kunden für 651 Millionen Euro abgewickelt.

Takeaway.com verbuchte damit einen Umsatz von 77 Millionen Euro. Von Januar bis Juni 2016 waren es 50 Millionen Euro. Das Unternehmen schreibt insgesamt rote Zahlen, 2015 knapp 20 Millionen Euro. Das Kerngeschäft in den Niederlanden ist aber schon profitabel.

Aus Großbritannien, wo der Rivale Just Eat bereits an der Börse gelistet ist, hat sich Takeaway.com vor kurzem zurückgezogen, im Gegenzug aber das Geschäft von Just Eat in den Niederlanden und Belgien für 22,5 Millionen Euro übernommen.

Der Zukauf soll ebenso mit dem Erlös aus dem Börsengang finanziert werden wie der Ausbau der Marktposition in Deutschland. Zudem sollen alle Schulden getilgt werden. Begleitet wird der Börsengang von den Investmentbanken Bank of America Merrill Lynch und Morgan Stanley.

Macquarie und Prime Ventures hatte vor zwei Jahren zusammen 80 Millionen Euro Risikokapital in takeaway.com gepumpt. Der Großteil davon wurde verwendet, um Lieferando zu übernehmen und die anderen Risikofinanzierer dort herauszukaufen. Dazu gehörten die Förderbank KfW und die Pro Sieben-Tochter Seven Ventures. Macquarie war seit 2012 an Lieferando beteiligt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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