Neuemission: Senvion gibt Börsengang nicht auf

Neuemission: Senvion gibt Börsengang nicht auf

, aktualisiert 21. März 2016, 12:04 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Vor nicht einmal einer Woche hatte der Hamburger Windanlagenbauer Senvion seinen Börsengang abgeblasen. Nun wagt der Konzern einen zweiten Versuch – mit deutlichen Zugeständnissen an die Investoren.

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Der Windkraftkonzern wagt einen zweiten Börsengangversuch.

MünchenDer Hamburger Windanlagenbauer Senvion wagt nur wenige Tage nach der Absage seines Börsengangs einen neuen Anlauf und macht dabei deutliche Zugeständnisse an die Investoren. Um den Sprung auf das Parkett doch noch zu schaffen, begnügen sich die Eigentümer mit Erlösen von bis zu 318 Millionen Euro. Ursprünglich hatten sie auf mehr als doppelt so viel gehofft. Sein Debüt an der Frankfurter Börse will Senvion bereits am Mittwoch feiern, wie der Windanlagenbauer am Montag mitteilte.

Die Finanzinvestoren Centerbridge und Arpwood hatten die ehemalige REpower 2015 für rund eine Milliarde Euro vom indischen Suzlon -Konzern übernommen, der unter einem hohen Schuldenberg ächzte. Beim zweiten Anlauf bieten sie maximal 18,7 Millionen Aktien zu einem Preis von 15,50 bis 17,00 Euro je Aktie an, wie Senvion mitteilte. Damit wird das Unternehmen mit bis zu 1,1 Milliarden Euro bewertet. Bereits am Dienstag soll der Ausgabepreis festgelegt werden. Senvion beschränkt den Börsengang auf institutionelle Investoren und hat Privatanleger ausgeschlossen.

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Senvion wollte ursprünglich bereits vergangenen Freitag an die Börse gehen, hatte aber nicht genügend Interessenten für seine Aktien zum aufgerufenen Preis gewinnen können. Beim ersten Versuch wurden noch rund 29,9 Millionen Aktien zu einem Preis von 20,00 bis 23,50 Euro angeboten. Der Streubesitz sollte bei bis zu 46 Prozent liegen, nun werden es maximal 28,75 Prozent. Nach seinen Zugeständnissen kann Senvion nun darauf hoffen, die Aktien loszuwerden. Die Bücher seien innerhalb der gesenkten Preisspanne gefüllt, teilten die Konsortialbanken mit, die die Transaktion begleiten.

Mit weltweit 3900 Mitarbeitern macht der Windanlagenbauer vor allem in Europa, aber auch in den USA, Australien und Kanada Geschäfte. In Europa ist die Konkurrenz durch Wettbewerber wie die spanische Gamesa oder die deutsche Nordex groß. Senvion dringt gerade wieder in Schwellenländer vor, wo das Unternehmen unter der Ägide von Suzlon nicht vertreten war. Im Kalenderjahr 2015 erzielte Senvion nach eigenen Angaben pro forma einen Betriebsgewinn (Ebitda) von 210,4 Millionen Euro.

Auch andere Unternehmen mussten bei ihren Börsengängen mit kräftigem Gegenwind kämpfen. Die Bayer-Kunststofftochter Covestro senkte wegen des mauen Anlegerinteresses die Preisspanne kräftig, das Emissionsvolumen schmolz auf 1,5 Milliarden Euro statt der anvisierten 2,5 Milliarden Euro. Inzwischen kosten die Covestro-Aktien, die im Oktober zu 24 Euro ausgegeben wurden, gut 31 Euro.

Hapag-Lloyd dampfte im November mit halber Kraft an die Börse. Nach massiven Preiszugeständnissen wurden die Aktien zu 20 Euro je Stück platziert. Für Investoren war die Reederei aber bisher dennoch kein gutes Geschäft: Aktuell notieren die Hapag-Lloyd-Aktien bei 17 Euro.

Auch der Autozulieferer Schaeffler musste seine Pläne zusammenstreichen - statt der erhofften 2,5 Milliarden betrug der Erlös lediglich rund 900 Millionen Euro. Die Aktien, die im Oktober zu 12,50 Euro ausgegeben wurden, notieren inzwischen bei rund 13,70 Euro.

Quelle:  Handelsblatt Online
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