Nevada: Trump-Lager sät Zweifel an korrekter Stimmabgabe

Nevada: Trump-Lager sät Zweifel an korrekter Stimmabgabe

, aktualisiert 06. November 2016, 20:08 Uhr
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Die Wahlkampfchefin Donald Trumps.

Quelle:Handelsblatt Online

Den Vorwurf eines „manipulierten“ Wahlsystems hat Präsidentschaftskandidat Donald Trump aufgebracht. Jede Panne oder auch nur vermeintliche Panne droht von seinem Lager ausgeschlachtet zu werden. Ein erstes Beispiel.

Las VegasDonald Trumps Wahlkampfchefin Kellyanne Conway schürt Misstrauen in das amerikanische Wahlsystem, ganz wie es der republikanischen Präsidentschaftskandidat vorgemacht hat. Conway sagte am Sonntag in einer Fernsehsendung, dass es unklar sei, ob das Wahlrecht in Nevada zur vorzeitigen Stimmabgabe richtig angewandt wurde. Trump hat mehrfach von einem „manipulierten“ System gesprochen und den Wahlprozess angezweifelt. In der dritten TV-Debatte mit Rivalin Hillary Clinton hatte er sich nicht dazu bekennen wollen, in jedem Falle das Wahlergebnis akzeptieren zu wollen. Viele Beobachter fürchten nun lange juristische Nachspiele zum Wahlgang.

In einem County in Nevada mit wohl hohem demokratischen Stimmenanteil war es bei der vorzeitigen Stimmabgabe zu einem Vorfall gekommen, auf den sich Trumps Wahlkampfchefin bezieht. Ein Wahllokal war länger geöffnet als eigentlich angekündigt, weil sich vor dem Büro eine Schlange gebildet hatte. In der Regel ist es gestattet, dass alle Wähler, die bis zur Schließzeit anstehen, auch noch ihre Stimme abgeben dürfen. Bei vergangenen Wahlen sind dadurch in einzelnen Bundesstaaten sogar schon Ergebnisverkündigungen verschoben worden.

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Conway sagte dem Sender CNN, dass „es kein Problem ist“, wenn Wahlbüros länger geöffnet blieben, nur um Leuten in der Schlange noch das Abstimmen zu ermöglichen. „Wir wissen aber nicht, ob das wahr ist. Und wir werden auch am Dienstag darauf achten.“ An diesem Tag stimmen die USA über ihren 45. Präsidenten ab. Bis zu 40 Prozent der Wähler könnten jedoch bereits per vorzeitiger Stimmabgabe ihr Votum abgeben oder per Briefwahl.

Dan Kulin, Sprecher des betroffenen Clark County, sagte, dass es keine Unregelmäßigkeiten gegeben habe. Wer bis zur Schließzeit in der Schlange stehe, dürfe seine Stimme noch abgeben. Das County berichtet von Rekordzahlen bei der frühzeitigen Stimmabgabe.

Conway sagte weiter, dass sie sich dasselbe Vorgehen auch für Wahllokale wünsche, in denen in Las Vegas hohe republikanische Stimmanteile erwartet werden und sagte voraus, dass es am Dienstag „wirklich lange Schlangen, bandwurmartige Schlangen“ von Menschen, die für Trump stimmen wollten, geben werde .

Der Chef der republikanischen Partei Nevadas hatte am Samstagabend auf einer Trump-Veranstaltung in Reno (bevor Trump kurz in Sicherheit gebracht werden musste) gesagt, dass „sie ein Wahlbüro länger als 22 Uhr offen gehalten haben, damit eine 'gewisse Gruppe' länger wählen darf“. Trump griff diesen Vorwurf auf und ergänzte, dass das Wahllokal offen gehalten worden sei, damit Wähler der Demokraten hätten herangekarrt werden können. „Es ist ein manipuliertes System, lasst es uns besiegen.“

John Podesta, Wahlkampfmanager von Trumps Gegnerin Clinton, nannte die Vorwürfe der Republikaner „lächerlich“. Trump sehe bei Niederlagen immer irgendwelche Manipulationen.

Der Wahlausgang in Nevada ist für den Erfolg bei der Präsidentschaftswahl mitentscheidend. Clark County ist der bevölkerungsreichste Bezirk, am Freitag sollen Daten der Behörden zufolge besonders viele demokratischen Stimmen abgegeben worden sein.

Quelle:  Handelsblatt Online
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