Nord-Landesbank vor Verkauf: HSH Nordbank verdreifacht Gewinn

Nord-Landesbank vor Verkauf: HSH Nordbank verdreifacht Gewinn

, aktualisiert 30. März 2017, 10:47 Uhr
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Die Bank steht zum Verkauf, um EU-Auflagen zu erfüllen.

von Frank Matthias DrostQuelle:Handelsblatt Online

Die zum Verkauf stehende HSH Nordbank macht sich für Investoren attraktiver: Die Kernbank hat ihren Gewinn 2016 auf 639 Millionen Euro mehr als verdreifacht. Und die Kunden stehen trotz der Turbulenzen fest zur Bank.

Die Landesbank überrascht einen Tag vor Ende der Angebotsfrist für Käufer mit relativ guten Zahlen. Der Konzern, der aus der Kernbank und einer Abbaubank besteht, weist ein Vorsteuerergebnis von 121 Millionen Euro aus. Dabei kam die Kernbank auf einen Gewinn von 639 Millionen Euro, die Abbaubank schrieb Verluste in Höhe von knapp 300 Millionen Euro.

Das Institut muss auf Geheiß Brüssels verkauft werden. Die Kommission genehmigte Beihilfen und verlangte von den Mehrheitseignern Schleswig-Holstein und Hamburg, dass sie sich bis Ende Februar 2018 von dem Institut trennen. Bis Freitag müssen die Interessenten unverbindliche Kaufangebote vorlegen. Die EU-Kommission verlangt für die Gesamtbank einen positiven Verkaufserlös.

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„Die HSH Nordbank hat im Jahr 2016 ihre operative Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Das zeigt sich auch an den erneut gestärkten Kapitalkennziffern“, sagte Vorstandschef Stefan Ermisch bei Vorlage der Zahlen in Hamburg. Die harte Kernkapitalquote stieg von 12,3 Prozent auf 14,1 Prozent.

Dass die Bank trotz ihrer erneut hohen Risikovorsorge für Schiffskredite in Höhe von zwei Milliarden Euro nicht in die roten Zahlen abrutschte, liegt an der Bilanzgarantie der Länder. Diese umfasst ein Volumen von zehn Milliarden Euro. Das Management wird nicht müde zu betonen, dass die hohe Vorsorge auf ausfallgefährdete Kredite allein an den Altlasten liegt, sprich an den Krediten, die vor 2009 unter schwachen Risikostandards vergeben wurden. Der Vorsorgebedarf entfiel zu 98 Prozent auf Schiffskredite in der Abbaubank.

Mittlerweile summiert sich die Risikovorsorge für die leistungsgestörten Schiffskredite in Höhe von neun Milliarden Euro auf 5,4 Milliarden Euro. Das ist eine Abdeckungsquote von 60 Prozent. Das gilt gemeinhin als auskömmlich, doch die Schiffskrise geht mittlerweile ins achte Jahr und ein Ende ist nicht in Sicht.

Obwohl die Zukunft der HSH Nordbank ungewiss ist – findet sich kein Käufer, muss die Bank abgewickelt werden –, stehen die Kunden bislang zur Bank. Das Neugeschäft erhöhte sich im Jahresvergleich um 100 Millionen Euro auf 8,9 Milliarden Euro. Dabei legte allein das Geschäft mit den Unternehmenskunden um 19 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro zu. Das Immobiliengeschäft um 100 Millionen Euro auf 4,6 Milliarden Euro. Diese Entwicklung hat offenbar sogar Vorstandschef Ermisch überascht – er sprach von einer „außergewöhnlich hohen Kundenbindung“.

Quelle:  Handelsblatt Online
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