NordLB: Bremer Landesbank könnte komplett übernommen werden

NordLB: Bremer Landesbank könnte komplett übernommen werden

, aktualisiert 06. Juni 2016, 14:57 Uhr
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Faule Schiffskredite haben bei der Bremer Landesbank ein Ringen um Finanzspritzen und die Zukunft des Geldhauses ausgelöst haben.

Quelle:Handelsblatt Online

Die kleine Bremer Landesbank ringt um ihre Zukunft: Sie braucht frisches Geld. Doch das ist nicht so einfach – nun will die NordLB sie komplett übernehmen.

Bremen/HannoverDie NordLB will die Bremer Landesbank Finanzkreisen zufolge vollständig übernehmen und damit die Kapitalprobleme bei ihrer Tochter beheben. Die Hannoveraner strebten eine Verschmelzung mit der Bremer Landesbank an, an der sie bisher lediglich 55 Prozent halten, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. „Ökonomisch würde das Sinn machen“, sagte einer der Insider.

In Bremen gebe es bisher jedoch Widerstand gegen eine Verschmelzung, weil das Land in der Folge an Einfluss verlieren würde. Es gebe deshalb auch andere Optionen, um den sich abzeichnenden Kapitalengpass bei der schwächelnden Tochter zu beheben, sagte der Insider. „Die NordLB kann die Probleme bei der Bremer Landesbank in jedem Fall lösen.“

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Die Bremer Landesbank erklärte, Kapitalmaßnahmen seien die Angelegenheit der Träger. „Zu den laufenden Gesprächen können wir uns nicht äußern. Von einem Fusionsszenario ist uns nichts bekannt.“ Die NordLB wollte sich nicht äußern. Von der Bremer Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne) war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Das Land Bremen, das 41 Prozent an der Bremer Landebank hält, solle auf keinen Fall Geld in das Institut pumpen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Andernfalls drohe ein neues Verfahren der EU-Kommission wegen möglicher staatlicher Beihilfen.

Die Bremer Landesbank leidet darunter, dass sie viel Geld für ausfallgefährdete Schiffskredite zurücklegen muss. Die Branche kämpft seit langem mit Überkapazitäten. Zuletzt hat sich die Lage wegen des schwächeren Wachstums in China und des mauen Welthandels noch einmal verschärft.

Die Bremer Landesbank erwartet deshalb im laufenden Jahr einen „Verlust in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags“. Die Bank, die Ende vergangenen Jahres eine Bilanzsumme von 29 Milliarden Euro aufwies, hat nach eigenen Angaben bereits Maßnahmen zur Stärkung ihres Eigenkapitals eingeleitet. Reuters hatte am Wochenende berichtet, dass das Geldhaus mit der Europäischen Zentralbank über eine Stärkung ihrer Kapitalpolster spricht. Einen „Focus“-Bericht, die Bank brauche 700 Millionen Euro frisches Kapital, wies das Institut jedoch zurück.

Quelle:  Handelsblatt Online
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