NordLB: Landesbank erwartet Milliardenverlust

NordLB: Landesbank erwartet Milliardenverlust

, aktualisiert 24. November 2016, 10:38 Uhr
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Die NordLB schluckt die kleinere Bremer Landesbank – und muss daher üppige Verluste in die eigenen Bücher nehmen.

von Frank Matthias DrostQuelle:Handelsblatt Online

Die Norddeutsche Landesbank wird für die Schwäche der Bremer Landesbank kräftig zahlen müssen. Für dieses Jahr wird ein Verlust in Milliardenhöhe erwartet. 2017 sollen aber wieder schwarze Zahlen geschrieben werden.

BerlinDie NordLB hat in den ersten neun Monaten tiefrote Zahlen geschrieben. Bedingt durch die Vorsorge für ausfallgefährdete Schiffskredite wies die nach der Bilanzsumme drittgrößte Landesbank einen Vorsteuerverlust von 624 Millionen Euro aus. Nach Steuern beläuft sich der Verlust auf 736 Millionen Euro, teilte die Bank am Donnerstag mit. Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen Verlust von mehr als einer Milliarde Euro vor Steuern.

Bereits bei der Vorlage der Halbjahreszahlen hatte die Bank für Aufsehen gesorgt. In den ersten sechs Monaten verfünffachte sich die Vorsorge auf Schiffskredite auf rund eine Milliarde Euro. Da sich die Lage an den Schiffsmärkten weiter verschlechterte, musste die Bank dieser Entwicklung Tribut zollen.

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Und es wird nicht besser: Auch im vierten Quartal rechnet die Bank mit einer überdurchschnittlich hohen Risikovorsorge, die sich dann auf insgesamt zwei Milliarden Euro belaufen dürfte. Die Kernkapitalquote verringerte sich Ende September 2016 im Vergleich zu Ende 2015 um 0,9 Prozentpunkte auf 12,2 Prozent. Der Druck auf die Kernkapitalquote dürfte damit anhalten.

Spekulationen auf externe Hilfe gibt der scheidende Vorstandsvorsitzende Gunter Dunkel keinen Raum: „Die NordLB kann die Herausforderungen aus eigener Kraft meistern.“ Die Bank habe in den Vorjahren erhebliche Kapitalpolster aufgebaut und ein striktes Kostenmanagement aufgebaut. Auch nach der vollständigen Übernahme der Bremer Landesbank, die überdurchschnittlich viel zur Risikovorsorge beitrug, würden alle aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfüllt, betonte Dunkel. Risikovorstand Thomas Bürkle wird Dunkel Anfang 2017 an der Vorstandsspitze ablösen.

Auch wenn die Bank, die mit einem Portfolio von knapp 18 Milliarden Euro zu den größten Schiffsfinanzierern in Deutschland zählt, in den kommenden Jahren mit einer höheren Risikovorsorge rechnet, sollen bereits 2017 wieder schwarze Zahlen geschrieben werden. Bis Ende 2016 soll das Schiffskreditportfolio auf 16 Milliarden Euro reduziert werden.

Die NordLB ist die einzige Landesbank, die tiefrote Zahlen schreibt. Die Landesbank Baden-Württemberg konnte ihr Vorsteuerergebnis in den ersten neun Monaten auf 260 Millionen Euro steigern, die BayernLB legte auf 589 Millionen Euro zu, bei der Landesbank Hessen-Thüringen ging der Gewinn auf 417 Millionen Euro zurück.

Quelle:  Handelsblatt Online
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