Notenbank-Entscheidung: Die Schweiz bleibt beim Negativzins

Notenbank-Entscheidung: Die Schweiz bleibt beim Negativzins

, aktualisiert 14. September 2017, 10:25 Uhr
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Das Logo der Nationalbank in Bern - neben Zürich einer der beiden Hauptsitze der Institution.

von Michael BrächerQuelle:Handelsblatt Online

Die Schweizerische Notenbank hält an ihrer expansiven Geldpolitik trotz eines zuletzt schwächeren Franken fest. Ihr dürfte kaum eine andere Wahl bleiben – wegen der Entscheidungen in den Nachbarländern.

Zürich/BernThomas Jordan übt sich in Geduld: Der Präsident der schweizerischen Notenbank SNB und seine Kollegen warten lieber ab. Die Leitzinsen in der Schweiz bleiben negativ, auch die Möglichkeit für Devisenkäufe hält sich die Bank weiter offen.

Das Zielband für den Referenzzins Dreimonats-Libor beließen die Währungshüter am Donnerstag bei minus 1,25 bis minus 0,25 Prozent. Die Strafzinsen, die Banken ab einem gewissen Freibetrag der Nationalbank bezahlen, liegen unverändert bei 0,75 Prozent. Darüber hinaus ist die Zentralbank bei Bedarf weiterhin zu Interventionen am Devisenmarkt bereit, um eine wirtschaftsschädliche Aufwertung des Frankens zu verhindern.

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Eine Veränderung gab es allein bei den Formulierungen im geldpolitischen Ausblick. Die Lektüre lohnt – denn mit Worten können die Herren der Geldpolitik mitunter mehr bewegen als mit nackten Zahlen. Von einem „gewissen Abbau der deutlichen Überbewertung“ ist nun die Rede. Bislang hatte Jordan stets von einer „deutlichen Überbewertung“ gesprochen. Eine Kehrtwende ist das aber noch nicht.

Denn die Herausforderung für die SNB hat sich nicht geändert: Der Franken steht unter Aufwertungsdruck – vor allem wegen der Ausweitung der Geldpolitik bei den europäischen Nachbarn. Dort pumpt die Europäische Zentralbank mit Anleihekäufen nach wie vor allmonatlich Milliarden in die Märkte. Dem Franken hatte das einen Höhenflug verschafft, der die schweizerische Wirtschaft belastet. Ihre Exporte werden dadurch im Ausland weniger erschwinglich.

Die schweizerische Notenbank hatte sich gegen die Aufwertung der Landeswährung gestemmt – und dabei ihre Bilanz massiv ausgeweitet. Ende Juli lagen ihre Devisenreserven bei mehr als 700 Milliarden Franken. Zwar hat sich die Lage zuletzt wieder etwas entspannt, nachdem der Euro zur schweizerischen Währung leicht zugelegt hat. Die Abschwächung des Frankens zum Euro habe dazu beigetragen, die deutliche Überbewertung der Währung abzubauen, erklärte die SNB. Doch dass sich dieser Trend fortsetzt, ist alles andere als ausgemacht.

Kein Wunder also, dass die Notenbanker ihre Rhetorik nur marginal geändert haben – eine größere Abweichung hätte womöglich dazu eingeladen, gegen die Notenbank zu wetten. Auch, wenn sich die Notenbanker qua Amt als unabhängig sehen: Letztlich dürfte der SNB kaum eine andere Wahl bleiben, als auf ein Ende der Anleihekäufe der EZB zu warten, bevor sie die Zinsen erhöhen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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