Obama attackiert Trump: Schluss mit dem Gejammer, Donald!

Obama attackiert Trump: Schluss mit dem Gejammer, Donald!

, aktualisiert 18. Oktober 2016, 21:55 Uhr
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Trumps Verbrüderung mit Putin sei „beispiellos in der US-Geschichte“.

von Moritz KochQuelle:Handelsblatt Online

In einer seiner letzten Pressekonferenzen als US-Präsident teilt Barack Obama gegen Donald Trump aus: Er solle endlich mit seinem „Gejammere aufhören“. Zudem kritisiert er die Verbrüderung des Republikaners mit Putin.

WashingtonIn drei Monaten nimmt US-Präsident Barack Obama Abschied von der Politik – es wird ihm schwerfallen, das ist dieser Tage deutlich zu erkennen. Bei jeder Gelegenheit stürzt Obama sich in den Wahlkampf, wirkt so engagiert und energiegeladen wie lange nicht mehr. Obama heizt der demokratischen Basis mit feurigen Reden ein, ruft seine Fans zur Unterstützung von Hillary Clinton auf. Und vor allem zieht er über Donald Trump her, den Präsidentschaftskandidaten der Republikaner. Trump zu stoppen, ist Obamas letztes großes Projekt.

Am Dienstag nutzte Obama eine Pressekonferenz mit dem italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi, um im Rosengarten des Weißen Hauses seinen Lieblingsgegner zu attackieren: Obama mokierte sich über Trumps Behauptung, die Präsidentschaftswahlen seien manipuliert. „Wenn du rumnörgelst, bevor das Spiel gelaufen ist, wenn du anfängst, anderen die Schuld zugeben, sobald es schlecht läuft, dann hast du nicht das, was es für diesen Job baucht“, sagte er und deutete hinter sich aufs Weiße Haus. „Ich würde Herrn Trump dazu einladen, mit dem Gejammere aufzuhören.“ Lieber solle der Republikaner versuchen, Wähler von sich zu überzeugen.

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Nie zuvor habe ein Kandidat versucht, „die Wahl und den Wahlablauf zu diskreditieren, bevor die Abstimmung stattgefunden hat“. Es gebe keine weitverbreitete Wahlfälschung in den USA, das dezentrale Wahlsystem verhindere Manipulationen. Trump handle verantwortungslos. Das Vertrauen in die amerikanischen Institutionen müsse erhalten bleiben.

Ebenso verstörend wie Trumps Gerede von einer Wahlverschwörung findet Obama die Verbrüderung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten mit dem russischen Autokraten Wladimir Putin. Dies sei „beispiellos in der US-Geschichte“. Tatsächlich ist es kurios: Noch vor vier Jahren hatten die Republikaner mit Mitt Romney einen Präsidentschaftskandidaten nominiert, der Russland als „größten geopolitischen Feind“ der USA bezeichnet hatte.

Heute lässt Trump kaum eine Gelegenheit verstreichen, Putin zu preisen. Gerade erst kündigte der Kandidat an, Putin im Falle eines Wahlsiegs noch vor seiner Amtseinführung treffen zu wollen. Obama sagte, er sei mehr überrascht als besorgt, dass viele Mitglieder der republikanischen Partei, die bisher eine extrem feindselige Haltung zu Russland eingenommen haben, nun Trumps Haltung stützen.

Dabei verdichten sich die Hinweise auf eine Cyberattacke der Russen auf die USA. Hinter den Wikileaks-Veröffentlichungen von E-Mails des Clinton-Vertrauten John Podesta vermutet die US-Regierung den russischen Geheimdienst. Sicherheitsexperten sehen darin den Versuch, die Präsidentschaftswahlen zugunsten von Trump zu beeinflussen.

Die Beziehungen zwischen Washington und Moskau haben sich in der Obama-Ära drastisch verschlechtert. Der US-Präsident hat Putin zuletzt immer wieder vorgeworfen, internationale Normen zu untergraben. Auch am Dienstag kritisierte er den russischen Staatschef scharf.

Statt in Syrien „mit uns zusammenzuarbeiten“, habe Putin „seine Unterstützung für das syrische Regime vergrößert“, sagte Obama. Wegen der russischen Bombenkampagne auf den von Rebellen gehaltenen Osten Aleppos erwägen die USA nun neue Wirtschaftssanktionen gegen Moskau zu verhängen. Obama betonte, er habe sich mit dem Italiener Renzi darauf verständigt, an den wegen der russischen Militäroperationen in der Ukraine verhängten Handelsstrafen festzuhalten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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