Ölpreis: Iran erteilt Opec eine Absage

Ölpreis: Iran erteilt Opec eine Absage

, aktualisiert 14. März 2016, 14:15 Uhr
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Bevor der Iran nicht vier Millionen Barrel Öl am Tag fördert, ist er zu keinen Begrenzung der Fördermenge bereit.

Quelle:Handelsblatt Online

Russland, Venezuela, Katar und Saudi-Arabien debattieren über ein Förderlimit beim Öl sprechen. Auch der Iran soll mitmachen, doch Teheran schließt ein Limit vorerst ab. Der Ölpreis fällt.

Frankfurt am MainSeine Mission ist klar: Der russische Energieminister Alexander Nowak ist nach Teheran gereist, um mit dem Iran über eine Ölfördergrenze zu sprechen. Das Kalkül dahinter: Das Angebot am Markt eindämmen und den Ölpreis somit wieder steigen lassen.

Doch noch vor seinem Eintreffen stellte der iranische Ölminister Bidschar Namdar Sanganeh klar, dass es mit ihm keine Limit geben werde. Vorerst will das Land seine Förderung nach Aufhebung der Sanktionen durch den Westen wieder auf alte Niveaus heben. Täglich will der Iran vier Millionen Barrel Öl produzieren. Aktuell liegt sie Opec-Insidern zufolge bei knapp drei Millionen Barrel. „Eine Zusammenarbeit (bezüglich des Einfrierens) wäre danach möglich, aber bis dahin sollen sie uns mit dem Thema in Ruhe lassen“, sagte der Minister.

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Die schwindende Aussicht auf eine Deckelung der Fördermengen hat den Ölpreis am Montag auf Talfahrt geschickt. Die richtungsweisende Sorte Brent zur Lieferung im Mai verbilligte sich um bis zu 3,1 Prozent auf 39,15 Dollar je Barrel. Steil nach unten geht es ebenso für das nordamerikanische Leichtöl WTI, und zwar um 3,0 Prozent auf 37,34 Dollar (zur Lieferung im April).

Der Ölpreis habe seine Talsohle zwar erreicht, schrieben die Analysten der US-Bank Morgan Stanley. Wegen der schwächelnden Nachfrage und der weltweiten Überproduktion könne aber nicht mit baldigen deutlichen Preissteigerungen gerechnet werden. Derzeit drängen täglich ein bis zwei Millionen Barrel Rohöl mehr auf den Markt als benötigt werden.

Länder wie Russland oder Venezuela drängen auf höhere Ölpreise. Rohstoffexporte sind für die Finanzierung ihrer Haushalte von wesentlicher Bedeutung. Durch den Ölpreisverfall gerieten gar ölreiche Staaten wie Saudi-Arabien unter Druck. Die Einnahmen aus den Ölgeschäften fielen 2015 um 15 Prozent niedriger aus als erwartet.

Zwar wollte sich in den kommenden Tagen südamerikanische Förderländer wie Venezuela, Kolumbien, Ecuador und Mexiko treffen, um über die Produktion zu sprechen. Doch das Vorhaben platzte – aus Terminschwierigkeiten. Das nächste Treffen erdölfördernder Länder – sowohl Opec- als auch Nicht-Opec-Staaten – sei nun erst Mitte April wahrscheinlich, sagten Opec-Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

Seit Mitte Juni 2014, als ein Barrel (159 Liter) Brent-Öl noch 114,94 Dollar betrug, ist der Preis um knapp 66 Prozent gefallen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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